Zahnimplantate mit Morbus crohn

Über die sonstigen medizinischen Probleme.

Zahnimplantate mit Morbus crohn

Beitragvon binchen49 » So 15. Apr 2018, 15:42

Hallo ihr Lieben,
habe seit 4 Jahren Morbus Crohn und nehme zur Zeit keine Medikamente. Mir fehlen seit 30 Jahren links und rechts unten jeweils 2 Backenzähne. In letzter Zeit habe ich starke Kiefer und Zahnschmerzen. Mein Zahnarzt meint ich soll mir Implantate setzten lassen, da sich bei mir alles durch die fehlenden Zähne verschoben hat. Muß noch erwähnen, das ich seit der Diagnose zusehends immer mehr unter Angststörungen leide, und Zahnarzt für mich die Hölle ist. Wer hat Erfahrungen damit und welche Alternativen gibt es? Vielen Dank im Voraus
binchen49
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Re: Zahnimplantate mit Morbus crohn

Beitragvon Elvira » Fr 20. Apr 2018, 13:46

Liebes Binchen49,

mir wurde von mehreren Zahnärzten + Kieferchirurgen von Implantaten dringend abgeraten. Allerdings habe ich schon fast 30 Jahre MC und darüber hinaus auch noch angegriffene Knochen aufgrund einer ausgeprägten Osteoporose. Bei mir wurde vor mehreren Jahren einer Wurzelspitzenresektion gemacht, das Loch im Kiefer ist deshalb bis heute nicht zugewachsen. Ein Implantat würde bei mir niemals Halt finden.

Also mein Rat, keinesfalls Implantate machen ohne mindestens noch eine oder zwei andere Meinungen (auch wenn Du noch so Angst mittlerweile vorm Zahnarzt hast!!!).

Liebe Grüße
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Re: Zahnimplantate mit Morbus crohn

Beitragvon Uwe7 » Fr 20. Apr 2018, 19:16

Hallo Binchen,

Binchen hat geschrieben:habe seit 4 Jahren Morbus Crohn und nehme zur Zeit keine Medikamente.


Du bist also in Bezug auf den MC einigermaßen beschwerdefrei.

Binchen hat geschrieben:Mir fehlen seit 30 Jahren links und rechts unten jeweils 2 Backenzähne.


Und diese Situation hat bei Dir 30 Jahre lang funktioniert - und erst seit ein paar Tagen / Wochen? hast Du Zahn- und Kieferschmerzen?

Binchen hat geschrieben:Mein Zahnarzt meint ich soll mir Implantate setzten lassen, da sich bei mir alles durch die fehlenden Zähne verschoben hat.


Wenn ein Zahn keinen Gegenbiss hat, kann das Probleme machen. Insofern kann ich die Meinung des Zahnarztes verstehen. Was mich nur wundert: Es funktioniert [30 Jahre - 3 Wochen] (oder so) und wegen der letzten 3 Wochen sind jetzt Implantate dran. Äh - nö, das kann ich mir nicht vorstellen.

Ich würde mir die Meinung eines anderen Zahnarztes holen - jeder hat das Recht auf eine Zweitmeinung.

Eine andere Frage ist, ob Du durch die vorgeschlagenen Implantate generell an Lebensqualität gewinnst. Wenn Du anschließend ordentlich kauen kannst, ist das ein sicher nicht zu verachtender Vorteil. Ich habe seit >35 Jahren eine Colitis ulcerosa - und ich habe unten rechts 2 Implantate direkt nebeneinander - ich bin damit sehr zufrieden und habe keine Probleme damit. Die Situation von Elvira...

Elvira hat geschrieben:habe ich schon fast 30 Jahre MC und darüber hinaus auch noch angegriffene Knochen aufgrund einer ausgeprägten Osteoporose ... Ein Implantat würde bei mir niemals Halt finden.


...ist sicher eine sehr spezielle. Nicht jeder mit MC hat eine ausgeprägte Osteoporose. Insofern wäre die Frage für Dich: Hast Du auch Osteoporose, dann ist die Sache mit dem Implantat keine gute Idee. Andernfalls wäre die Frage beim Zahnarzt zu klären, ob denn die aktuell vorhandene Knochensubstanz im geplanten Operationsgebiet überhaupt ausreicht, um (jeweils) ein Implantat zu halten. Es gibt in dem Zusammenhang auch die Möglichkeit eines Knochenaufbaus. Das würde ich mir aber ganz genau erklären lassen.

Vorabinfos dazu findest Du hier:

Knochenaufbau für Implantate

Du hattest Deine Zahnarzt-Angst angesprochen. Es gibt ja das geflügelte Wort: "Beim Zahnarzt tut es immer 2 x weh." (Im Mund und im Geldbeutel)

Da ist ein bisschen was dran. Deswegen muss man sich genau überlegen, ob das, was man dafür bekommt, diese doppelten Schmerzen wirklich wert sind.

In Deinem Fall habe ich da gewisse Zweifel, insbesondere wegen der langen beschwerdefreien Zeit (die ich jetzt mal unterstelle).

Zahn- und Kieferschmerzen können auch eine ganz andere Ursache haben, nämlich Verspannungen im Nacken. Da muss dann ggf. mal der Physiotherapeut ran. Ich habe schon mehrfach derartige Rezepte von meinem Zahnarzt (!) bekommen - und: Es hat geholfen.

Wenn ich von der "49" in Deinem Usernamen mal ganz grob auf Dein Alter schließe, dann vermute ich, dass Du mittlerweile zum Lesen und/oder am PC eine Brille benötigst - vielleicht auch nicht nur dafür.

Viele helfen sich dann mit einer Gleitsichtbrille. Das hat auf den ersten Blick den großen Vorteil, dass man mit einer Brille alles abdecken kann. Aber: "Eine Gleitsichtbrille kann alles - nicht besonders gut!" - Das hat mir mal eine Optikerin gesagt. - Ein sehr ehrliches Wort.

Wenn Du mit einer Gleitsichtbrille an einem Schreibtisch 8 Stunden arbeitest, hältst Du Deinen Kopf automatisch in einer Zwangshaltung, weil Du nur mit einem bestimmten Blickwinkel den Bildschirminhalt deutlich erfassen kannst. Außerdem pendelt Dein Kopf dann automatisch hin und her - je nachdem, auf welchen Teil des Bildschirms Du guckst (denn die reine Augenbewegung reicht bei einer Gleitsichtbrille eben nicht). Wenn dann Dein Schreibtischstuhl auch noch zu tief eingestellt ist, musst Du den Kopf zusätzlich verstärkt in den Nacken nehmen - und diese Haltung über 8 Stunden erzeugt zwangsläufig Nackenprobleme, die gern auch auf Kiefergelenk und Zähne ausstrahlen.

Meine Lösung dafür:

a) Eine spezielle PC-Brille, die für die Halbdistanz des PC gut funktioniert - in der Entfernung ist diese Brille nicht brauchbar - aber für's Gucken aus dem Fenster werde ich ja auch nicht bezahlt.

b) Eine möglichst hohe Einstellung meines Schreibtischstuhls. Ich kenne Kollegen, die so tief sitzen, dass sie fast in die Schreibtischkante beißen könnten. Dass die irgendwann Nackenschmerzen haben - mit oder ohne Brille - das wundert mich gar nicht.

Soweit mal meine Gedanken zu Deinem Problem.

Vielleicht ist ja das Eine oder Andere dabei, was Dich weiterbringt. Dir viel Erfolg.

LG Uwe
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