Gender_*Innen im Bauchredner

Danke für Eure Anregungen.
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Wackerbauch
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Gender_*Innen im Bauchredner

Beitrag von Wackerbauch »

Guten Tag,

früher habe ich den Bauchredner gern gelesen, jedoch seit der Genderwahn auch diesen nunmehr komplett erfasst hat, sind die Texte länger, inhaltlich ärmer und wesentlich schwerer zu verstehen. Durch das vordergründige Interesse am Geschlecht verblasst der Inhalt der Sätze vollständig und das Lesen der Texte ermüdet ungemein. Ich finde diese Entwicklung sehr schade und würde eine Rückbesinnung auf Inhalte statt Form sehr begrüßen.
Bis zu diesem Zeitpunkt werde ich die meisten Hefte ungelesen zur Seite legen und empfehle politisch überkorrekten Autoren die additive Anwendung aller möglichen Genderformen, um die maximale Aufmerksamkeit den geschätzt 60plus Geschlechtern (gemäß Facebook) statt den eigentlich wichtigen Informationen zu CED zuteil werden zu lassen.

Liebe Grüße in der Hoffnung auf Einkehr, Reflexion und Rückbesinnung auf Textinhalte beim Redaktionsteam des Bauchredner

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Suchender75
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Re: Gender_*Innen im Bauchredner

Beitrag von Suchender75 »

Hallo Wackerbauch,

So ganz kann ich deine Anmerkungen verstehen.
1. Ist dieser "Schreibstil" jetzt überall angekommen.
2. Was hat die Geschlechterbezeichnung mit dem Inhalt zu tun? Der Inhalt ist doch gleich, egal ob ich Patient und Patientin schreibe oder Patient*in.
3. Und durch die zussmmgefasste Gedchlechterbezeichnung sind die Texte kürzer und übersichtlicher, da nun der Autor nicht immer jedes Geschlecht aufzählen muss.

MfG Suchender

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Suchender75
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Re: Gender_*Innen im Bauchredner

Beitrag von Suchender75 »

Sry....ich meinte nicht verstehen. Habe das "nicht" vergessen.

Kaja
könnte auch hier einziehen
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Re: Gender_*Innen im Bauchredner

Beitrag von Kaja »

Hallo Wackerbauch,

dies ist (leider) nun der "übliche Wahnsinn".

Heute morgen in den Nachrichten - es gibt keine Schwarzfahrer mehr - sondern nur Menschen ohne gültigen Fahrausweis.

Oder das Wort "Ausländer" welches ich auch nicht als negativ bewerte, denn es ist üblich - bzw. üblich gewesen, wenn man von der BRD nach Österreich, Schweiz, Italien, Frankreich, Spanien, Holland, auf einen anderen Kontinent fliegt usw. oder in den Urlaub fährt zu sagen: ich fahre in das Ausland!
Somit ich fahre / fliege ins Ausland und ein Mensch aus diesen Ländern ist bei uns = Ausländer.

Warum das nun negativ behaftet sein soll erschließt sich mir leider auch nicht.

Mir persönlich ist es egal: er / sie / es oder sonstwas. Ich lege nur Respekt im Umgang und Achtung mit Menschen.
Aber es ist sozial und wohl auch der "Gutmenschen" der Trend aktuell.

Und dies müsste nicht sein oder wäre nicht gekommen mit Respekt, Wertschätzung, Trennung zwischen "Rassen / Ethik / gewisser Orientierung.... usw.).

Hätte man schon viel länger Diversity gelebt, dann wäre es wahrscheinlich auch nicht dazu gekommen, dass jede "diverse Gruppe" (bitte nicht mißverstehen!!!) sich durchsetzen musste und neue Zeichen setzen musste.

Denn die "Diversen" oder "anderen Gruppen" oder sonst wie formuliert und gesinnt, wurden dazu gedrängt sich Gehör und Akzeptanz zu schaffen.

Wäre dieses schon sehr viele Jahre früher geschehen dann wäre eine Stellenausschreibung: suche Mitarbeiter für xy schon als neutral bzgl. Geschlecht oder Herkunft angesehen worden.

Nun müssen wir uns mit "schwierigeren Texten" auseinander setzen.

Dies ist nicht mehr vermeidbar, auch wenn Du ein sehr toleranter Mensch bist und auf die "Einfachheit" des Lebens stehst (ich z. B. auch).

Gerade dieses erfordert von Arbeitgebern, Ämtern, Gerichten etc. sehr viel Input und Geisteskraft. Ich denke sehr viele Mitarbeiter denken "simpel" und "menschlich" und finden dies auch übertrieben und sind sehr offen gegenüber Menschen, aber nun bringt Compliance, politische Korrektheit etc. enorme Kosten durch Substitution von Worten und Begriffen usw.

Was juckt mich Herkunft, Religion, Hautfarbe o. ä.? Es geht um den Menschen. Aus meiner persönlichen Sicht und Erfahrung in meiner Kindheit und Arbeitswelt gab es für mich keine Differenzierung in irgendeiner Art und Weise.

Kinder sind auch unschuldig und neutral.

In den letzten Jahrzehnten ist m. M. die Politik an dieser Entwicklung schuld - denn man möchte ein "korrektes" Land sein!

Fakt: sei Mensch, sei tolerant, zeige Herz und Verstand!

Viele Grüße

Kaja

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Balin
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Re: Gender_*Innen im Bauchredner

Beitrag von Balin »

Hallo Wackerbauch,

Sprache hat ja viel auch mit individueller Ästhetik zu tun. Auch ich empfinde - auch aus Gewöhnung - die maskuline Form als die Klarste, Einfachste. Aber es stimmt auch, dass Sprache wichtig ist (Wittgenstein: Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt.) und unsere Weltsicht prägt. Wenn vom "Arzt" und nicht der "Ärztin" geschrieben wird, fühlen sich Mädchen in der Schule weniger mit gemeint.
Darum finde ich es gut, dass man versucht eine Schrift zu finden, die männliche und weibliche Leser gleich anspricht. Und das Gendersternchen empfinde ich auch nicht als so kompliziert, dass der Inhalt dadurch schwerer verständlich wird.

Zu der hier auch diskutierten Frage, was "Diversität" meint und wie ihr in der Gesellschaft Rechnung getragen werden kann: Ich finde es richtig und wichtig, dass "Minderheiten" ihre Rechte einfordern und auf Diskriminierung etc. viel stärker aufmerksam machen als früher. Zwar können auch dadurch Probleme entstehen, etwa wenn die Zugehörigkeit zu einer Gruppenidentität wichtiger gesetzt wird als der Blick darauf, wie sich der/die Einzelne verhält ("Identity Politics"), aber dennoch können eben systemische Ungerechtigkeiten auch nur durch eine engagierte Politik angegangen werden. Der Hinweis darauf, dass einem selber aber das Geschlecht / die Hautfarbe etc. egal sei und es einem auf den Mensch ankomme (was im einzelnen Fall ja auch zutreffen kann und wird) hilft da meiner Meinung nach nicht weiter, zumal einem Ungerechtigkeiten nun mal auch meist nur dann auffallen, wenn sie einen selbst betreffen.
Ist es dann nicht besser, den Betroffenen zuzuhören und ihren Anliegen mit Empathie zu begegnen? Das ist ähnlich wie bei unserer Krankheit: Wer sie nicht hat, kann wahrscheinlich die Probleme damit weniger verstehen und wir regen uns ja auch auf, wenn jemand dann meint, er wüsste das besser.
Ein konkretes Beispiel: Wenn Menschen sich nicht in die Kategorie "weiblich" oder "männlich" einordnen lassen, dann finde ich es gut, wenn es weitere Möglichkeiten gibt, in denen sie sich wiederfinden können und repräsentiert sind.
Mich erinnert die Aussage, man selbst sehe zum Beispiel keine Hautfarbe (kann durchaus sein) an ein Interview mit dem berühmten schwarzen amerikanischen Autoren James Baldwin, in dem er damit konfrontiert wurde, dass er und seine Bewegung doch die Hautfarbe immer wieder zum Thema mache und damit im Grunde selbst Rassismus Vorschub leiste. So kann man denke ich nur argumentieren, wenn man nicht selbst der Minderheit angehört und systemischem Rassismus nicht ausgesetzt ist.
Aber um nochmal auf das Thema gender zurückzukommen: Ich finde das * auch ästhetisch nicht so schön, aber wahrscheinlich auch, weil es so neu ist. Ich benutze es selbst auch noch nicht. Aber ich glaube, ich finde, dass der Inhalt hier wichtiger als die Form ist.
Es wäre jedenfalls keinesfalls ein Grund für mich, ein Magazin, dass mich inhaltlich interessiert, zur Seite zu legen.

Viele Grüße,
Balin

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