Leichte dauerhafte CU

Austausch zu medizinischen Aspekten von Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und mikroskopischen Kolitiden.
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Niklas96
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Leichte dauerhafte CU

Beitrag von Niklas96 »

Hallo ihr Lieben,

ich bin hier um mich auszutauschen, weil ich meine aktuelle Situation nicht einschätzen kann.
Ich hatte 2014 das erste mal Probleme mit einer Darmentzündung. Rein histologisch eine infektiöse Entzündung. Ich bekam die Probleme durch Salofalk Stick und Suppositorien wieder in den Griff und hatte Ruhe bis Mai 2019.
Anfang 2019 hatte ich eine Weisheitszahn-Op in Vollnarkose und kurz darauf eine Impfung gegen Gelbfieber, da ich auf einem Kreuzfahrtschiff gearbeitet habe.
Nur wenige Tage später, wieder die selben Probleme wie 2014. Schleimiger Stuhl zwischen 2-5x am Tag. Immer mal leichte Bauchschmerzen, aber nie das Gefühl richtig krank zu sein, aber auch nicht richtig Gesund. Dann wieder beim Gastro gewesen, Salofalk und die Probleme wurden besser, aber sind nie ganz verschwunden. Konnte aber mit dieser Symptomatik (leicht schleimiger aber fester Stuhl, 1-2x am Tag) für ein weiteres halbes Jahr auf dem Kreuzfahrtschiff unter dauerhaft 2g Salofalk Stick arbeiten.
Im Januar 2020 kam ich dann wieder nach Hause und da wurde es wieder schlechter. Es fing dann auch an, dass ich blutige und schleimige Durchfälle hatte. Musste dann erneut zur Darmspieglung. Hier Entzündung der letzten 20 cm des Dickdarms, Biopsie wieder nicht eindeutig. Bin jetzt seit 4 Wochen unter 3g Salofalk Zäpfchen. Seitdem ist es mal besser, mal schlechter. In der Regel so zwischen 2-3x am Tag auf Toilette, mal fest, mal weich, mal Durchfall, aber keine blutigen Abgänge seitdem. Aber die Probleme sind nie ganz weg.

Ich kann meine Situation aktuell nicht einschätzen. Könnt ihr mir helfen, meine aktuelle Situation einzuordnen? Ist das ein milder Verlauf? Was kann ich tun? Sind 3 Wochen Salofalk Suppositorientherapie schon viel? Hat jemand ähnliche Erfahrungen mit solch einem Verlauf

Lg
Niklas

Trüffel
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Re: Leichte dauerhafte CU

Beitrag von Trüffel »

Hallo Niklas 96,
ich sehe gerade, dass das dein erster Beitrag ist und dir bisher noch niemand geantwortet hat.
Zuallererst herzlich willkommen im Forum!

Du schreibst, dass die Biopsie nicht eindeutig war: darf ich davon ausgehen, dass nicht exakt abzugrenzen war, ob es Crohn oder Colitis ist?
Anscheinend wirst du unter der jetzigen Medikation mit Salofalk-Zäpfchen nicht richtig beschwerdefrei. Es gäbe noch die Möglichkeit von Schäumen oder Klysmen, u.U. könnte man auf Tabletten wie z.B. Cortiment zurückgreifen. Aber das wirst du zusammen mit deinem Gastro besprechen und entscheiden müssen.
Wenn deine Entzündung nicht den ganzen Dickdarm, sondern die letzten 20 cm betrifft, kann man zur Verlaufskontrolle auch eine Sigmoidoskopie oder Rektoskopie durchführen, zumindest bei letztgenannter muss man vorher nicht abführen.

LG Trüffel
Nenne dich nicht arm, weil deine Träume nicht in Erfüllung gegangen sind;
wirklich arm ist nur, der nie geträumt hat.

(Marie von Ebner-Eschenbach)

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neptun
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Re: Leichte dauerhafte CU

Beitrag von neptun »

Hallo Niklas,

sicher hast Du bisher eine milde Darmentzündung. Da nur das Rektum betroffen scheint, so ist es wahrscheinlich eine cu. Die feingewebliche Untersuchung der Biopsien kann nur den Verdacht des koloskopierenden Arztes bestätigen. Mehr nicht, denn daraus läßt sich allein eine Diagnose nicht ableiten.

Kennst Du die Leitlinie cu? Sie beinhaltet das aktuelle Wissen rund um die cu und dient auch als Handlungsempfehlung für Ärzte.
Danach ist eine rektale Mesalazinbehandlung angesagt, die auf jeden Fall zur Nacht erfolgen muß, denn der Wirkstoff muß möglichst lange auf der entzündeten Darmschleimhaut liegen. Tagsüber ist diese Behandlung nicht effektiv.
Dazu kann man dann Mesalazin oral einnehmen. Es gibt die Medikamente Claversal, Salofalk und Mezavant. Pentasa ist nicht geeignet, da es sich zu früh schon im Dünndarm auflöst.
Nach der Leitlinie sind bei entzündlichem Geschehen min. 3g/ zu nehmen.
Bei Behandlungserfolg nimmt man zum Remissionserhalt dann über min. 2 Jahre dann min. 2g/d.

Hier mal die Links zur Leitlinie und zur Art der Freisetzung von Mezavant im Darm.
http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/021-009.html
http://www.krankenpflege-journal.com/in ... tlich.html

Sollte insgesamt der Behandlungserfolg dann nicht befriedigend sein, dann läßt sich die Behandlung mit anderen Medikamenten ergänzen oder intensivieren.

LG Neptun

Niklas96
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Re: Leichte dauerhafte CU

Beitrag von Niklas96 »

Danke für die Antworten. Also der Gastro meinte es wäre eine CU auch wenn man es nicht eindeutig feststellen kann. Ich habe morgen einen Kontrolltermin um den Stand der Dinge anzuschauen. Ich fühle mich aufjedenfall schon besser und habe auch eine Stuhlfrequenz von 1-2x am Tag höchsten. Nur ich glaube durch die Zäpfchen habe ich dauernd ein komisches Gefühl und bei Flatulenzen auch mal das Gefühl das was mit rauskommt. Muss Immer sehr aufpassen. Mal sehen was sie morgen bei der Untersuchung sehen. Es ist aber obwohl der Arzt meinte es gäbe keine spezielle Ernährung doch schon sehr davon abhängig. Meine ich zumindest zu spüren.

Da ich im Sport arbeite habe ich eigentlich auch immer Proteinpulver konsumiert, aber das normale geht gar nicht mehr.
kennt jemand von euch Alternativen?

lg
Niklas

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neptun
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Re: Leichte dauerhafte CU

Beitrag von neptun »

Hallo Niklas,

Zäpfchen, Schaum oder Klysma zur Nacht. Dann wirst Du kaum das Gefühl haben, es könnte bei Blähungen etwas mitkommen.
Tagsüber, wo man dann doch mal auf die Toilette muß, da ist rektale Behandlung eher wenig sinnvoll, weil die Verweildauer verkürzt ist.

LG Neptun

Niklas96
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Re: Leichte dauerhafte CU

Beitrag von Niklas96 »

War gestern bei der Simgo. Entzündung ist komplett weg, kann das Salofalk wie damals wieder komplett absetzen. Er meinte die Schleimhaut sieht so aus wie bei einem gesunden. Und auch mein Stuhl ist mittlerweile auf einmal täglich runter. Habe nur manchmal etwas Probleme mit vollegefühl und Blähungen, weiß aber noch nicht welche Lebensmittel das auslösen.

Lg
Niklas

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Savannah
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Re: Leichte dauerhafte CU

Beitrag von Savannah »

Hallo Niklas,

schön wenn man auch mal was von jemanden hört, wo es gut ausgeht. Das gibt Hoffnung! :D
Bleibt nur zu hoffen, dass es bei dir auch dauerhaft so bleibt...
Blähungen und Völlegefühl, habe ich gehört, sind bei CU und MC normal und hängen nicht unbedingt mit falscher Ernährung zusammen.
Vielleicht sollte man, falls tragbar, es einfach so hinnehmen. Das sind dann eben die Überreste der CU, die dich daran erinnern, dass es jederzeit wieder losgehen könnte :roll:

LG
Sav
Lass dir von der Vergangenheit nicht das Leben diktieren, aber lass sie dir für die Zukunft ein guter Ratgeber sein :)

Niklas96
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Re: Leichte dauerhafte CU

Beitrag von Niklas96 »

Ja das hoffe ich auch. Habe heute aber prompt das singbar bekommen, dass ein Eiweißshake oder ein Mango Curry zu Mittag das feine Gift für mich sind. Oder kann das jemand von euch essen ?

Lg

fffranz
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Re: Leichte dauerhafte CU

Beitrag von fffranz »

Niklas96 hat geschrieben:
Sa 30. Mai 2020, 08:10
Entzündung ist komplett weg
Bei mir ist auch alles komplett wieder normal: mein Problem war definitiv Weißmehl - also Brot, Nudeln ect. Das alles komplett weggelassen und sehr schnell war alles wieder normal. Seit ca 10 Monaten keine Probleme mehr, seit dem auch keine Medikamente ect. Essen: wenn Getreide, dann nur noch Dinkel-Vollkorn-Sachen.
Kann sein, daß das Auszugsmehl nur in meinem Fall der Auslöser war - aber probieren kann man das auf alle Fälle mal, das weg zu lassen.

Niklas96
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Re: Leichte dauerhafte CU

Beitrag von Niklas96 »

Das klingt spannend. Experimentiere auch schon sehr lange mit meiner Ernährung, aber so ganz habe ich es noch nicht aufgefunden es Blähungen, Bauchschmerzen etc. Auslöst. Weizen lässt ich eigentlich auch weg. Nur Dinkel und Haferflocken.

Kennt noch jemand von euch das man durch die Zäpfchen so einen fettigen Schmier manchmal an der Unterhose hat oder bei Blähungen so ganz leicht was wässriges mit rauskommt? Ist das normal ?

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