In medikamentenfreien Zeit sich mit Absicht mit Virus infizieren?

Austausch zu medizinischen Aspekten von Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und mikroskopischen Kolitiden.
Michael8000
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In medikamentenfreien Zeit sich mit Absicht mit Virus infizieren?

Beitrag von Michael8000 »

Hallo zusammen,

das RKI geht davon aus, dass früher oder später 70-80 % der Bevölkerung vom Covid 19 Virus infiziert werden.

Wie immer provakant ausgedrückt: Macht es nicht Sinn, sich in der immunsuppressivenfreien Zeit sich mit Absicht mit dem Virus anzustecken, da dann ein starkes Immunsystem vorherrscht?
Es ist sehr unwahrscheinlich zu den 20% zu gehören, die nicht infiziert werden. Natürlich wird kein Arzt dieses Verhalten akzeptieren. Aber gleichzeitig Immunsuppressiva einzunehmen und dann infiziert zu werden, ist Spekulation auf großes Glück. Die nächsten Wochen (März-Mai) lassen sich noch gut meistern, aber wenn das Virus aus den Medien verschwindet, sind immer noch die Vorerkrankten (also wir) akut gefährdet.
Die zweite Welle im Herbst wartet leider schon.
Freiwillige Selbstquarantäne (AU) für 12 Monate?
Auf Immunsuppressiva verzichten zugunsten der Virusansteckung?

Gruß
Michael

Unity
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Re: In medikamentenfreien Zeit sich mit Absicht mit Virus infizieren?

Beitrag von Unity »

Ich setze meine Hoffnungen aktuell auf ein wirksames Medikament, das schweren Fällen (zuverlässig) helfen kann und ggf. in absehbarer Zeit verfügbar ist. Dann wäre das Bedrohungszenario etwas kleiner. Ein Impfstoff wird ja vermutlich noch dauern.

Als Risikogruppe werde ich mich stand jetzt aber nicht bewusst anstecken, zumal mein Immunsuppressiva ohnehin nicht zuverlässig wirkt. Da ist in meinem Fall aktuell zu viel unklar, als dass da noch was hinzukommen sollte. Deswegen würde ich für mich Isolation so lange wie möglich vorziehen und Home Office durchziehen, bis der Arbeitgeber Probleme macht.

Ich vermute aber auch, dass man das Virus nach einer gewissen Zeit, wenn diese erste Welle abgeklungen ist, als potentielles Risiko einkalkulieren muss - heißt, weiterhin sehr vorsichtig sein, Hände waschen usw. Direkt darauf anlegen würde ich es aber nicht. Wenn ich mich anstecken sollte, dann gerne dann, wenn die Medizin dazu genügen Daten auch für Risikogruppen gesammelt hat und erprobte Medikamente verfügbar sind.

Hurz
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Re: In medikamentenfreien Zeit sich mit Absicht mit Virus infizieren?

Beitrag von Hurz »

Hallo Michael,

Die Gefahr und die Wahrscheinlichkeit, dass deine Krankheit wieder aktiv wird, wird deutlich höher angesehen, als dass du dich mit Corona ansteckst. Deshalb wird generell davon abgeraten, das Medikament abzusetzen

Du müsstest dann auch erst Mal 3 Monate warten, bis du dein Experiment starten kannst.

Und dann ist es reine Spekulation, wie die Situation in 3 Monaten ist.

In 3 Monaten sind es vielleicht, wenn's schlecht läuft 300 000, die bereits infiziert wurden. Das dürfen viel zu wenig sein, als dass man wieder in den Alltag wechseln kann.
Ich gehe davon aus, dass die Situation noch deutlich länger anhält und die Einschränkungen nur leicht gelockert werden.

Aber wie gesagt, das ist reine Spekulation. Ich würde es nicht wagen.

Lgb

Kaja
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Re: In medikamentenfreien Zeit sich mit Absicht mit Virus infizieren?

Beitrag von Kaja »

Hallo Michael,

erstmal in : In medikamentenfreien Zeit sich mit Absicht mit Virus infizieren?

Toll wenn Deine CED aktuell nicht mit Medikamenten behandelt werden muss! Somit gehörst Du PRIMÄR nicht zu den Gruppen z.B. mit Immunsupressiva welche mehr krankheitsgefährdet ist. Ist doch toll für Dich!

Warum??? "Freiwillige Selbstquarantäne (AU) für 12 Monate?"

Warum willst Du unter Selbstquarantäne??? Sowie vom Arzt für 12 Monate AU?

Gehörst ja nicht mehr zu den gefährdeten Menschen (Alter, Multimorbide, immunsupressiert). Weil Du ja schreibst, dass Du in der Medikament freien Zeit bist?

Ich verstehe Deinen Beitrag nicht. Bitte erläutere detaillierter wo genau Deine Frage / Problem liegt.

Viele Grüße

Kaja

Michael8000
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Re: In medikamentenfreien Zeit sich mit Absicht mit Virus infizieren?

Beitrag von Michael8000 »

Hurz hat geschrieben:
Mi 18. Mär 2020, 15:10
Die Gefahr und die Wahrscheinlichkeit, dass deine Krankheit wieder aktiv wird, wird deutlich höher angesehen, als dass du dich mit Corona ansteckst. Deshalb wird generell davon abgeraten, das Medikament abzusetzen
Sicherlich ist das Absetzen von Immunsuppressiva nicht zu empfehlen. Aber Immunsuppressiva und Virus würde man doch sehr dringend abraten. Ein Dilemma.
Hurz hat geschrieben:
Mi 18. Mär 2020, 15:10
Du müsstest dann auch erst Mal 3 Monate warten, bis du dein Experiment starten kannst.

Und dann ist es reine Spekulation, wie die Situation in 3 Monaten ist.
Meine Intention ist Folgende: Warum soll man in der medikamentenfreien (Immunsuppressiva) Zeit auf das Virus warten. Das Virus soll auf den Vorerkrankten warten. Eine Impfung gibt es nicht. Na und? Dann "impfen" mit dem Virus selbst.
Da die Inkubationszeit 14 Tage beträgt, weiss man ja nicht, ob andere, z.B. Arbeitskollegen, einen anstecken. Beim wissentlichen Anstecken kann man in der medikamentenfreien Zeit kontrolliert behandelt werden.
Hurz hat geschrieben:
Mi 18. Mär 2020, 15:10
In 3 Monaten sind es vielleicht, wenn's schlecht läuft 300 000, die bereits infiziert wurden. Das dürfen viel zu wenig sein, als dass man wieder in den Alltag wechseln kann.
Ich gehe davon aus, dass die Situation noch deutlich länger anhält und die Einschränkungen nur leicht gelockert werden.

Aber wie gesagt, das ist reine Spekulation. Ich würde es nicht wagen.

Lgb
Also mit Immunsuppressiva arbeiten gehen und hoffen, dass man niemals angesteckt wird. Sollte man mit dem Arzt besprechen.
Das Verhalten gegenüber dem Virus ist mir zu passiv. Eine aktive kontrollierte Ansteckung (="Impfung") ist sinnvoller.
(Diese Diskussion sollte allgemein behandelt werden, und nicht zu meiner Person, weil Einzelfall.)

Gruß
Michael

Ellie
Dauergast
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Re: In medikamentenfreien Zeit sich mit Absicht mit Virus infizieren?

Beitrag von Ellie »

Hallo Michael8000,

Dein Denkmodell sich absichtlich mit Covid-19 infizieren zu lassen , um es "hinter sich zu bringen", halte ich für mehr als fragwürdig und moralisch grenzwertig, wenn nicht sogar grenzüberschreitend.

Wie sollte ich mir das denn vorstellen? Du gehst zu einem Bekannten oder Verwandten, der corona-positiv getestet wurde und der sich (hoffentlich) in Quarantäne befindet. Dort lässt du dich dann infizieren, gehst dann nach Hause , um dort in selbst auferlegter Quarantäne mindestens 2 Wochen isoliert von deiner Familie und deinem Umfeld die Infektion zu durchleben. Danach bist du dann immun und kannst dein Leben unbekümmert weiter leben. So weit, so gut.

Das Problem dabei ist, dass niemand dir garantieren kann, dass du nur 14 Tage infektiös bist und danach niemanden mehr gefährdest.
Was ist wenn sich bei dir Komplikationen einstellen, wenn du Hilfe brauchst, versorgt werden musst. Kannst Du sicher stellen niemanden sonst zu infizieren, denn das ist meiner Meinung der springende Punkt.

Erkranke ich und infiziere unwissentlich jemanden, der dadurch zu schaden kommt, ist das tragisch , ein Unfall, Schicksal oder wie man es sonst nennen mag. Infiziere ich mich absichtlich und es kommt dabei jemand zu Schaden oder stirbt sogar, handele ich (grob-) fahrlässig. Da sich die Infektionskette aber höchst wahrscheinlich nicht mehr rekonstruieren lässt , ist das eher ein moralischer Aspekt. Dennoch müsstest Du dich fragen, ob durch dein Handeln direkt oder indirekt ( Viren verbreiten sich exponentiell) jemand Schaden erlitten hat.

Im Augenblick wird noch untersucht, ob die Lungenschäden zum Teil irreversibel sind.

" Eine aktive kontrollierte Ansteckung (=Impfung) ist sinnvoller."

Bitte vergleiche Impfung nicht mit absichtlicher Infektion. Die einzige Gemeinsamkeit ist die anschließende Immunität gegen eine spezifische Erkrankung. Beides erzeugt Antikörper, die Impfung soll allerdings die Krankheit mit all ihren negativen Konsequenzen verhindern und damit auch Folgeschäden vermeiden.

Ist dabei sogar ein Arzt involviert , riskiert er womöglich seine Zulassung, wenn er dir bei diesem Vorhaben hilft.

Wir alle haben in dieser Zeit Angst und jeder stellt sich dieser Angst anders. Ich selbst begegne auch eher der Herausforderung nach dem Motto " Augen zu und durch" , aber andere absichtlich zu gefährden, sollte nach wie vor Tabu sein.

In diesem Sinne wünsche ich allen trotzdem gesund zu bleiben und wenn es jemanden erwischt , einen möglichst milden Verlauf und baldige Genesung.

liebe Grüße Ellie

Korona
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Re: In medikamentenfreien Zeit sich mit Absicht mit Virus infizieren?

Beitrag von Korona »

Hallo Michael,

bevor die aktuellen Maßnahmen zur Verlangsamung beschlossen wurden, wurde auch die andere Möglichkeit von den Fachleuten (Medizin und Politik) diskutiert: die sofortige Durchseuchung der gesamten Bevölkerung damit die sogen. „Herdenimmunität“ schnellstmöglich erreicht wird.
Man hat sich dagegen entschieden, weil unkontrollierbare Auswirkungen auf den Gesundheitsbereich befürchtet wurden.
Uns allen ist nicht geholfen, wenn Ärzte und Krankenschwestern vom Ansturm der Patienten überrollt werden, und das beim derzeitigen Mangel an Schutzausrüstung. Dann sind auch alle in den helfenden Berufen akut von Ansteckung bedroht. Was kommt danach? Wer versorgt dann die ganz normalen Kranken, die mit Corona ja nicht plötzlich wegfallen, und die Corona-Patienten, die nicht in der ersten Welle dabei waren?

Eine Herdenimmunität wird sich auch so einstellen, weil die Durchseuchung schon jetzt groß ist.
Derzeit wissen wir aber noch zu wenig über das Virus, und jede Woche die wir an Erfahrung gewinnen bringt mehr Sicherheit für jeden von uns.

Wir wissen auch noch nicht, ob die Immunität wirklich lange anhält. Das Virus mutiert ja auch, insofern kann es auch sein, dass in der Folge weitere, wieder neuartige Wellen auftreten.

Wenn alle jetzt herunterfahren gewinnen wir Zeit, können das Virus besser einschätzen und passende Strategien entwickeln.
Das fordert uns allen Einschränkungen ab, bietet aber auch Chancen auf vielen Ebenen des Zusammenlebens, auch über die eigene Familie, die eigene Stadt und Deutschland hinaus.
Wir alle haben auch Verantwortung für die gesamte Gesellschaft und sollten die Aufmerksamkeit darauf richten.

Und wir haben Verantwortung für die Berufsgruppen, von denen wir alle abhängig sind:
Ärzte, Schwestern und sämtliches weiteres Krankenhauspersonal, oder auch die Menschen in Fabriken, die jetzt das fehlende Material produzieren, die auch gesund bleiben sollten.
Menschen die im Lebensmittelhandel arbeiten, in der Verarbeitung oder in bäuerlichen Betrieben.
Polizei, Feuerwehren und andere mit öffentlichem Auftrag.
Reinigungskräften, Müllentsorgungsbetriebe, Post- und Kurierdienste, LKW- Fahrer.....
....das sind die Menschen, die gerade für uns alle sorgen, und die wir alle auch schützen müssen, damit sie handlungsfähig bleiben.

Wenn wir jetzt vorerst zwei Wochen abwarten und uns alle an die Vorgaben halten, wird man besser erkennen, wohin die Entwicklung geht.
Und in der Zeit: gesunde Ernährung, die Angst durch Information und die Verbindung mit anderen Menschen reduzieren und andere Menschen unterstützen, und versuchen kreative Lösungen für viele kleine kommende Probleme finden.

Außerdem: den online-Einkauf so gestalten, dass man die kleinen Unternehmen unterstützt! Viele kleine Geschäfte sind telefonisch erreichbar und schicken Ware gerne per Post heraus.
Auch hier können wir alle dazu beitragen, dass die Krise nicht durch viele kleine durch Insolvenzen noch verstärkt wird!
Die kleinen Unternehmen müssen unbedingt unterstützt gefördert werden! Da können wir alle ein Zeichen setzen und das wird positiv auf jeden von uns zurück wirken.

LG, K.

Michael8000
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Re: In medikamentenfreien Zeit sich mit Absicht mit Virus infizieren?

Beitrag von Michael8000 »

Hallo Ellie,
Ellie hat geschrieben:
Fr 20. Mär 2020, 20:42
Das Problem dabei ist, dass niemand dir garantieren kann, dass du nur 14 Tage infektiös bist und danach niemanden mehr gefährdest.
Was ist wenn sich bei dir Komplikationen einstellen, wenn du Hilfe brauchst, versorgt werden musst. Kannst Du sicher stellen niemanden sonst zu infizieren, denn das ist meiner Meinung der springende Punkt.
Warum sitzen wir dann zu Hause, wenn niemand die 14 Tage garantieren kann.
Die Komplikationen für Immunsuppremierte und Ähnliche sind doch wesentlich schlimmer bis tödlich. Ich weiss doch nicht wer ab Juni infiziert ist.
Wir sitzen herum, weil wir nur die Durchseuchung verlangsamen wollen, um "das System" nicht zu gefährden. Das Individuum selbst, z.B der Vorerkrankte, kann ab Juni selbst zusehen wie er mit der Situation zurecht kommt.

Zusätzlich sollten sämtliche Vorerkrankte längerfristige AU erhalten, da die Umbegungsbedingungen sich grundsätzlich geändert haben. Hier geht es um Leben und Tod. Ach interessiert niemanden...

Ellie hat geschrieben:
Fr 20. Mär 2020, 20:42
Infiziere ich mich absichtlich und es kommt dabei jemand zu Schaden...
Wenn ich weiss, dass ich infiziert wurde, kann ich niemanden weiteres infizieren. Das ist unmöglich. Deswegen schreibe ich es ja. Wenn man jedoch unerkannt infiziert wurde (im Juni) werde ich mit Sicherheit andere anstecken, d.h. mit den jetzigen Maßnahmen werden wir wissentlich später unwissentlich andere anstecken. Das ist grenzüberschreitendes Verhalten.
Ellie hat geschrieben:
Fr 20. Mär 2020, 20:42
Dennoch müsstest Du dich fragen, ob durch dein Handeln direkt oder indirekt ( Viren verbreiten sich exponentiell) jemand Schaden erlitten hat.
Direkt und absichtlich, transparente Infektion. Nicht Infektion ala Mittelalter.
Ellie hat geschrieben:
Fr 20. Mär 2020, 20:42
" Eine aktive kontrollierte Ansteckung (=Impfung) ist sinnvoller."

Bitte vergleiche Impfung nicht mit absichtlicher Infektion. Die einzige Gemeinsamkeit ist die anschließende Immunität gegen eine spezifische Erkrankung. Beides erzeugt Antikörper, die Impfung soll allerdings die Krankheit mit all ihren negativen Konsequenzen verhindern und damit auch Folgeschäden vermeiden.
Ich hatte "Impfung" in Anführungszeichen geschrieben. Das Ergebnis zählt, die Immunität zum richtigen Zeitpunkt für Vorerkrankte.
Ellie hat geschrieben:
Fr 20. Mär 2020, 20:42
Ist dabei sogar ein Arzt involviert , riskiert er womöglich seine Zulassung, wenn er dir bei diesem Vorhaben hilft.
Das Bundesverfassungsgericht hat die geschäftsmäßige Sterbehilfe erlaubt. Es gebe ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben, heißt es in dem Urteil.
Aktive Sterbehilfe ist erlaubt. Aktive Infektionshilfe (unter kontrollierten Bedingungen für Vorerkrankte) erst Recht.
Ellie hat geschrieben:
Fr 20. Mär 2020, 20:42
Wir alle haben in dieser Zeit Angst
Ich habe Angst, wenn ich 100 km/h auf der Autobahn fahre mit korrektem Sicherheitsabstand, und andere meinen, weil da so viel Platz ist, können sie in die "Lücke" einscheren. Die werden es nie verstehen bis der Tod kommt.
Ellie hat geschrieben:
Fr 20. Mär 2020, 20:42
aber andere absichtlich zu gefährden, sollte nach wie vor Tabu sein.
Durch die jetzigen Maßnahmen werden Vorerkrankte ab Juni in falscher Sicherheit gebracht. Das ist absichtliche Gefährdung. Die paar Toten sind dann statistisch in den Medien nicht mehr relevant.

Gruß
Michael

Michael8000
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Re: In medikamentenfreien Zeit sich mit Absicht mit Virus infizieren?

Beitrag von Michael8000 »

Hallo Korona,
Korona hat geschrieben:
Sa 21. Mär 2020, 09:15
die sofortige Durchseuchung der gesamten Bevölkerung damit die sogen. „Herdenimmunität“ schnellstmöglich erreicht wird.
Ich habe nie von der gesamten Bevölkerung gesprochen. Projiziere die Aussagen von anderen bitte nicht auf mich.
Der gesamte Beitrag hat nichts mit meinen Aussagen zu tun, stelle ich fest.
Es geht um Vorerkrankte, die für einen bestimmten Zeitraum keine Immunsuppressiva oder ähnliches einnehmen brauchen.
Es gibt Patienten, die jahrelang die Medikamente einnehmen, obwohl gar nicht notwendig. Dann kommt das Virus und der "Spass" beginnt.
Korona hat geschrieben:
Sa 21. Mär 2020, 09:15
Wir wissen auch noch nicht, ob die Immunität wirklich lange anhält. Das Virus mutiert ja auch, insofern kann es auch sein, dass in der Folge weitere, wieder neuartige Wellen auftreten.
..."wird" es so sein...
Das werden lustige Zeiten auch für Immunsuppremierte.

Am Ende wird es so laufen:
Die Infektionen nehmen ab, der Vorerkrankte in Medikation geht wieder arbeiten (fördert das Dogma der Integration), der Vorerkrankte wird absichtlich unabsichtlich von seinen Arbeitskollegen infiziert, kommt ins Krankenhaus (mit vielen leeren Betten und Ärzten und Krankenschwestern, die jetzt wieder "viel" Zeit haben), wird intensiv betreut und stirbt vor Renteneintritt.
Das Virus ist nicht das Problem (außer für dauerhaft Immunsuppremierte und ältere Menschen), sondern der Umgang damit.

Gruß
Michael

132
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Diagnose: CU seit 2017

Re: In medikamentenfreien Zeit sich mit Absicht mit Virus infizieren?

Beitrag von 132 »

Hallo,

Der Grundgedanke von Immunität ist an sich garnicht so schlecht. Leider ist das ganze sehr kurz gedacht. Man sieht derzeit in Italien, was passiert, wenn man einfach alle infiziert. Das Gesundheitssystem bricht zusammen und es gibt zuviele Tote. Meiner Auffassung nach gibt es diese hohe Anzahl an Toten, weil das Durchschnittsalter in Italien deutlich höher ist UND die Infektionsrate sehr rasant gestiegen ist UND die Italiener nicht drauf vorbereitet waren.
Was müssen wir also tun? Die Ausbreitung verlangsamen und eventuell dadurch eine Immunität erreichen. Meiner Meinung nach wird ein Teil der Bevölkerung durch die Ansteckung immunisiert. Das passiert gerade in China. Die Ausbreitung kommt aufgrund der hohen Immunität und der strengen Maßnahmen zum Stillstand. Die Menschen, die nicht infiziert sind, können dann den Impstoff verabreicht bekommen, sobald er verfügbar ist.

Ich habe schon mehrere Menschen mit deinem Vorschlag gehört und muss sagen, dass ich ihn ziemlich egoistisch und menschlich gesehen abwertend finde. Ich bekomme zwar aufgrund meiner Durchsetzungsfähigkeit gegenüber meiner Ärzte Cannabis und kein Immunsuppressivum verschrieben. Dennoch zähle ich wahrscheinlich zur Risikogruppe, da ich früher Asthma hatte und häufig einfache Erkältungen unbehandelt bei mir zu Rippenfellentzündungen und Co mit 40 Grad Fieber ausarten.
Ich finde, dass man hier an die Allgemeinheit denken muss und nicht an das Individuum. Wenn du dich infizierst, gehst du die Gefahr ein, andere Menschen zu infizieren. Es ist mMn ziemlich abwertend, wenn man diese Verantwortung einfach wegschiebt und an sich selbst denkt. Außerdem finde ich es unpassend, dass du direkt davon schreibst, dass du stirbst. Tode zählen momentan hier in Deutschland zum seltensten Fall. Laut Schätzungen von Virologen liegt die Sterberate, wenn man die Dunkelziifer abschätzt und mit hinzu zieht, bei etwa 0,3-0,7%. Die Situation ist ernst, aber man darf keine Panik bekommen. Klar kann es hier jeden treffen und ich glaube auch, dass es Menschen im Umfeld treffen wird, die man kennt. Es ist schrecklich, aber bitte verfallt einfach nicht in Panik und legt euren Egoismus erstmal beiseite.

Gruß

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