Mega Dauerübelkeit bei kollagener Kolitis?!

Austausch zu medizinischen Aspekten von Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und mikroskopischen Kolitiden.
Simran
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Mega Dauerübelkeit bei kollagener Kolitis?!

Beitrag von Simran »

Meine Frau bekam vor 2 Jahren im KH die Diagnose (beginnende) kollagene Kolitis. Allerdings hatte sie nicht das übliche Leitsymptom - wässrige Durchfälle -, sondern 24h Dauerübelkeit. Das verordnete Budesonid 3x3 mg schlug dennoch gut an und die Übelkeit war nach 1-2 Wochen wie weggezaubert. Nach 1 Jahr dann ein Ausschleichversuch. Nach langsamem Absetzen des Budesonid war die heftige Dauerübelkeit sofort wieder da. Meine Frau lag 2 Wochen apathisch im Bett, konnte gar nichts mehr essen. Daraufhin hat sie wieder 3x3 mg Budesonid genommen. Es dauerte danach zwar noch 14 Tage, aber dann war sie wieder vollkommen beschwerdefrei.

Im Januar 2019 musste sich meine Frau dann einer größeren Bauch-OP unterziehen. Sie litt unter einer rekto-vaginalen Fistel. Die OP verlief soweit gut. Allerdings musste ein (nicht geplantes) zeitweiliges Ileostoma gelegt werden. Dieser doppelläufige, künstliche Darmausgang liegt nun zwischen dem Ende des Dünndarms und dem Anfang des Dickdarms.

1-2 Tage nach verlassen der Intensivstation ging bei meiner Frau dann plötzlich wieder diese mega Übelkeit los - 24/7 ohne Unterbrechung. Die Ärzte meinten zuerst, das könne noch von der OP kommen. Obwohl ich schon ahnte, was da auf uns zukommt, da die Übelkeit von einem typischen, uns bekannten, gelegentlichen "Aufstoßen" begleitet wurde.
Wegen Schwierigkeiten bei der Wundheilung musste meine Frau dann insgesamt 6 Wochen im KH bleiben. In der ganzen Zeit hat sie praktisch nichts gegessen. Die Chirurgen, die ja keine Internisten sind, hat die Übelkeit und der zunehmend reduzierte Allgemeinzustand meiner Frau nicht interessiert. Die üblichen Mittel (Ondensatron, MCP, Vomex usw.) hatten allesamt keinerlei Wirkung.

Auf der Waage zu Hause stellte ich dann fest, dass meine Frau bereits 10kg abgenommen hatte, bei 157cm Körpergröße. Ich versuche zur Zeit mein Glück mit Fresubin um den körperlichen Abbau zu bremsen, aber das funktioniert nur so halbwegs - weil sie einfach nichts runterkriegt bzw. die Sachen auch wieder hochkommen.

War vor 3 Tagen noch einmal bei einem Prof. und ausgewiesenen Spezialisten für kollagene Kolitis. Der meinte, diese heftige Übelkeit hätte nichts mit einer kollagenen Kolitis zu tun - obwohl ich natürlich darauf hinwies, dass aber genau die Kolitis-Therapie mit 3x3mg Budesonid meine Frau bisher symptomfrei gemacht hat.

Hier nun meine Fragen ans Forum:
Hat jemand eine Idee, woran meine Frau da leidet?
Für mich ist es eigentlich logisch, dass der Dickdarm rebelliert, da er, wie bei unserem Ausschleichversuch, "sein" Budesonid nicht mehr bekommt. Durch das Stoma kann der Wirkstoff aus den Kapseln den Dickdarm ja nicht mehr erreichen.
Die Chirurgen meinten allerdings, dass es meiner Frau jetzt sogar besser gehen müsste, da der Fäkalstrom nun keine Passage mehr durch den Dickdarm hat. Aber, interessiert sich das verdickte/entzündete(?) Kollagenband überhaupt dafür, ob im Darm Stuhl vorhanden ist oder nicht? Wenn ja, wie lange dauert es denn, bis sich so ein Kollagenband regeneriert hat?

Aber vielleicht leidet sie ja doch unter etwas ganz anderem?
Irgendein Syndrom das heftigste Dauerübelkeit verursacht, sich aber durch Budesonid im Dickdarm symptomfrei stellen lässt. Was könnte das sein?

Bin für jeden Hinweis dankbar, zumal meine Frau hier immer schwächer und schwächer wird und sehr leidet.
Die Rückverlegung des Stoma kann leider erst in ein paar Monaten erfolgen.

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neptun
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Re: Mega Dauerübelkeit bei kollagener Kolitis?!

Beitrag von neptun »

Hallo Simran,

willkommen im Forum.

Allein die Bezeichnung "beginnende kollagene Colitis" läßt mich stutzen. Die kann nur durch die Gewebeproben diagnostiziert werden, die man als Biopsie bei der Koloskopie nimmt. Da aber dieses Bindegewebsband nicht immer sofort oder auch an allen Stellen gefunden wird, so kann es manchmal dauern bis zur Diagnose, die dann auch erst in einer späteren Kolo gestellt wird.

Somit störe ich mich an der Bezeichnung "beginnend".

Deine Frau bekommt Budesonid 3 Kapseln mit je 3 mg. Du denkst, es entfaltet seine Wirkung im Dickdarm. Lies mal den Beipackzettel. Es wird sich nach Deiner Beschreibung um Entocort oder Budenofalk handeln, denn Cortiment wäre ein Budesonidpräparat für den Dickdarm, welches es aber nur als Tablette mit 9mg gibt und das sich anders auflöst durch die sogenannte MMX-Matrix.

Entocort und auch Budenofalk wirken am Übergang von Dünn-zu Dickdarm, also im Bereich der Ileozökalklappe. Es ist daher für mc in diesem Bereich hergestellt worden.

Deine Frau hat eine rektovaginale Fistel, ein starkes Indiz für einen Morbus Crohn.
Du kannst mal zum Zusammenhang googeln.
Deine Frau hat permanente Übelkeit und sie stößt oft auf. Ich setze mal voraus, dies aber hauptsächlich nach der Einnahme von Speisen oder Getränken?
Und sie erbricht sogar? Das würde schon auf eine Engstelle/Stenose hinweisen, wenn der Nahrungsbrei zeitweilig nicht mehr durchkommt.

Meines Erachtens sollte dringend ein MRT-Sellink gemacht werden, um den gesamten Dünndarm beurteilen zu können. Es kann sich nämlich um Verengungen durch einen Dünndarmcrohn handeln.

Einfach abwiegeln, wie es der ausgewiesene Spezialist tut, und damit Deine Frau mit den Symptomen und Beschwerden und den krassen Auswirkungen der Gewichtsabnahme wieder nach Hause zu schicken, das ist definitiv zu wenig für einen Arzt, der nach dem Hippokratischen Eid handeln sollte.

Mag also sein, das Budesonid half, weil die Entzündungen im Dünndarm damit noch zu erreichen waren.
Hat Deine Frau nie versucht, die Dosis auf zwei und dann auf eine Kapsel zu reduzieren?
Wäre das nicht die übliche Vorgehensweise in der Behandlung einer kollagenen Colitis gewesen?

Wurde in der Kolo gar keine makroskopische, also sichtbare, Entzündung durch den Arzt in seinem Bericht erwähnt? Oder gab es doch irgendwo Rötungen?
Sieh mal nach und falls Euch der Bericht nicht vorliegt, wie auch der des Pathologen zu den Biopsien, dann fordere die beiden an.

Soweit meine Gedanken.

LG Neptun

Simran
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Re: Mega Dauerübelkeit bei kollagener Kolitis?!

Beitrag von Simran »

Hallo Neptun,

erstmal ganz lieben Dank für Deine raketenschnelle und trotzdem sehr ausführliche Antwort! Das hilft ungemein. Bin nach 6-7 Wochen "Gesprächen" mit der Medizinwelt, so eine empathische Zuwendung gar nicht mehr gewohnt.

Ich gehe mal chronologisch, von oben nach unten, auf Deine Hinweise und Fragen ein.

Ja, mir kam das jetzt beim Grübeln auch wieder in den Sinn, dass in der Diagnose vom März 2017 stand "beginnende" kollagene Kolitis. Deswegen habe ich es auch angeführt.
Da man nicht wusste woher die Beschwerden kamen, hatte man meine Frau im KH sehr gründlich auf den Kopf gestellt. Eine Kolondivertikulose war von einer Vorsorgespiegelung seit dem Jahr 2012 bekannt und hat nie Probleme gemacht. Die Magenspiegelung ergab keine Hinweise. Die orale Endosonographie ergab zum Glück keinen Hinweis auf Pankreaspathologie. Ein Triglycerid-Atemtest war unauffällig. Daraufhin wurde noch eine Koloskopie mit Stufenbiopsien gemacht. Diese Proben ergaben dann den Befund "beginnende" kollagene Kolitis. Für uns gab es an dieser Diagnose nie einen Zweifel, da, mit der dazugehörigen Budesonid-Therapie, die Beschwerden sofort verschwanden.

Ja meine Frau bekommt 3x 3mg Budenofalk Kapseln. Ich weiß, dass die sich schon im Dünndarm öffnen und ihre Wirkung dann im Dünn- und Dickdarm entfalten. Was mich auf ein Dickdarmproblem schließen lässt ist Folgendes. Nachdem die zuständigen Chirurgen sowohl die Dauerübelkeit als auch die Tatsache, dass meine Frau nach der OP gar nichts mehr zu sich nehmen konnte, 4 Wochen lang ignoriert hatten, habe ich ihr das Budenofalk einfach von zu Hause mitgebracht. Die Ärzte wollten es ja nicht mal probieren, das wäre Unsinn.
Mit der 3x3mg Dosis haben wir jetzt 3 Volle Wochen rum - ohne Erfolg. Es hätte, nach unseren früheren Erfahrungen, schon in der 2. Wochen kleine Anzeichen der Besserung geben müssen. Insofern schleichen wir es wieder aus.

Dass das Budesonid nun gar nicht mehr wirkt, lässt für mich nur einen Schluss zu, dass das Problem nicht im Dünndarm, sondern eher hinter dem Stoma im Dickdarm sitzt. Dort, wo seit der OP kein Budesonid hinkam. Zumindest reime ich mir das so zusammen.

Die rekto-vaginale Fistel ist, laut Chirurgie, wohl dadurch entstanden, dass sich ein Divertikel entzündet hat und dass das dann der Anfang für die Fistel war. In jedem Fall wurde der betroffene Darmabschnitt komplett entfernt.

Das mit dem Aufstoßen ist keine große Sache, das macht sie nur 1-2 x am Tag. Ist überhaupt nicht dramatisch und auch unabhängig von den Mahlzeiten. Ist aber für uns ein Indiz, da meine Frau früher nie aufgestoßen hat. Vielleicht hätte ich es gar nicht erwähnen sollen.

Die Dauerübelkeit verläuft zu 99% die ganze Zeit ohne Erbrechen.
Manchmal toleriert meine Frau allerdings noch nicht mal Wasser mit ein paar Medikamenten. Das kann dann schon mal schnell wieder hochkommen.

Wir haben in der Tat bei unserem Ausschleichversuch im Sommer 2018 das Budenofalk ganz langsam über Monate von 3 auf 2 und dann sogar von 2 auf 1 Kapsel reduziert. Selbst das ging erstaunlich gut. Bei 1 Kapsel Budenofalk trat die Übelkeit nur mehr oder weniger leicht am Morgen bzw. vormittags auf - danach war Ruhe. Und keinesfalls so aggressiv wie jetzt wieder. Sonst hätte sich meine Frau damals nie getraut, auch die letzte Kapsel versuchsweise ganz abzusetzen. Sie wurde aber innerhalb kürzester sterbenskrank - die gleiche Übelkeit wie jetzt. Es brauchte dann 2 volle Wochen mit 3x3mg Budesonid bis es ihr wieder besser ging.

Irgendwelche sichtbaren Entzündungszeichen im Darm lagen nicht vor. Erst mit der Stufenbopsie trat eine Ursache(?) zu Tage.

Ob ich an die Befunde noch rankomme, muss ich schauen, da unser ehemaliger Hausarzt in Rente gegangen ist.

Zusammenfassend stellt sich das für mich in meinem Kopf so dar:
Meine Frau nimmt 2 Jahre lang Budesonid und ist beschwerdefrei. Im Zuge einer Darm-Op wird ein Stoma zwischen Dünn- und Dickdarm gelegt. Daraufhin funktioniert von heut auf morgen das Budesonid nicht mehr. Was kann das nur sein?

Vielen Dank nochmal für's Kümmern, zumal meine Frau auch seelisch so ziemlich am Ende ist.

Lieben Gruß!
Simran

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neptun
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Re: Mega Dauerübelkeit bei kollagener Kolitis?!

Beitrag von neptun »

Hallo Simran,

danke für die freundlichen Worte.

Deine Ausführungen zum Grund der Beschwerden, der im Dickdarm liegen soll, mir scheint, am Schluß hast Du doch Zweifel daran.

Wenn wegen der Wirkungslosigkeit des Budesonid nach der Stomaanlage Deine Idee dahin geht, es muß am Dickdarm liegen, warum hat Deine Frau dann doch die körperlichen Auswirkungen wie vorher, wo nun der Dickdarm doch quasi abgetrennt ist. Die Übelkeit ist ja direkt, wirkt doch zum Mund hin. Muß sie da nicht aus dem Dünndarm resultieren?
Ich denke, richtungsweisend ist nicht die Wirkungslosigkeit des Budesonid sondern es sind die bleibenden/persistierenden Beschwerden.
Wie in der Fachinfo zu lesen ist, das Budesonid erschöpft sich in der Wirkung schon im aufsteigenden Dickdarm. Hauptsächliches Anwendungsgebiet ist eben davor.

Du beschreibst, das Budesonid hatte schon mal besser gewirkt als im vorletzten Versuch. Nun scheint es gar nichts zu bringen.

Es kann sein, die Entzündung hat sich verstärkt, und daher wirkt Budesonid nicht mehr ausreichend. Ein häufiger Grund, nach einiger Zeit auf das systemisch wirkende Prednisolon in höherer Dosierung zu wechseln.

Aus den Forenberichten wissen wir aber auch, alle Medikamentenwirkungen sind immer individuell zu sehen. Es gibt Betroffene, wo das topisch wirkende Budesonid nicht greift, bei anderen sogar auch das systemisch wirkende Prednisolon nicht. Da gibt es eine Cortisonabhängigkeit oder Betroffene reagieren erst bei hohen Steroiddosen ab 100mg oder Betroffene sind sogar steroidrefraktär.
Perfide ist auch, eine einmal erfolgreich durchgeführte Medikation mit Steroiden muß beim nächsten Mal nicht mehr greifen.

Das gilt übrigens für alle Medikamente bei den CED. Nichts ist vorauszusetzen, alle Verläufe sind möglich.
Und es gilt auch für quasi alle Nebenwirkungen.

Wenn man den Verlauf der Fistel bis zu einem Divertikel zurückverfolgen konnte, dann wird eine Entzündung dort voraussichtlich der Grund sein. Man hat dies sicher durch ein MRT-Sellink oder eine Endosonografie vorher abgesichert. Schließlich sind Divertikel meist im Sigma, also ein ganzes Stück weg. Wie wir immer wieder empfehlen, da sollen nur wirklich versierte Chirurgen ran, deren tägliches Geschäft solch Arbeiten sind.

Auch den Befund aus dem Krankenhaus zu den Untersuchungen und zur OP einschließlich des pathologischen Befundes zum Resektat solltest Du besorgen. Schließlich ist bisher nichts geklärt und auch eine kollagene Colitis hat man der Anlage nach sein Leben lang. Da kann es nur richtig sein, alles in Kopie zu Hause zu haben.

So bleibt zur Zeit meine Empfehlung zu einem MRT-Sellink, weil man nichts über den Zustand des Dünndarmes weiß.
Noch stochert man ja vollkommen im Dunkeln und es gibt anscheinend weder eine bessere Idee noch weiteres Interesse an Aufklärung.
Und ein Arzt könnte Prednisolon in höherer Dosierung verordnen, um symptomatisch zu behandeln und um zu sehen, ob das Budesonid wirklich nicht mehr ausreichend wirkt.
Zum Ausschleichen bei den CED kannst Du hier lesen.
http://forum.dccv.de/viewtopic.php?f=3&t=181

Wahrscheinlich bringt die Ermittlung des Calprotectinwertes im Stuhl als spezifischem Marker für Entzündungen im Magen-Darm-Trakt zur Zeit der Stomaanlage nichts, aber ich wollte ihn zumindest erwähnen, falls noch nicht bekannt.

Grüße Deine Frau.
Ich drücke die Daumen.
LG Neptun

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Re: Mega Dauerübelkeit bei kollagener Kolitis?!

Beitrag von Korona »

Hallo Simran,

vielleicht hat die Übelkeit auch nichts mit der Medikation zu tun, das ist nach dem Ablauf auch unlogisch.
Das, was Du beschreibst, zusammen mit dem Aufstoßen hört, sich für mich tatsächlich nach OP-Folgen an.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass der Darm noch monatelang nach einer OP brauchen kann, bis er sich wieder beruhigt.
Auch bei minimalinvasiven OP‘s wird der Bauchraum durch die medizinischen Geräte stark in „Unruhe“ versetzt und die Darmschlingen müssen sich selbst wieder neu ordnen.
Ausserdem wird für die bessere Sicht Gas in den Bauchraum geblasen. Das muss nach der OP wieder abgebaut werden, mir sagte eine Krankenschwester, dass es bis zu einem halben Jahr dauern kann.

Dazu kommt, dass diese OP im oberen Bauchanteil und im Unterbauch stattfand, man sollte die emotionale Belastung nicht unterschätzen, auch die Fistel ist ein schwieriges Problem! Wenn dann auch noch ein Stoma die Folge ist, steckt man das nicht so schnell weg. All das kann dann zusätzlich Symptome verstärken.

Es ist sehr wichtig, sich viel zu bewegen, damit der Darm angeregt wird sich wieder in eine gute physiologische Lage zu bringen, die Luft wird dadurch besser resorbiert und die Verdauung funktioniert besser.
Auch wenn Deine Frau sich jetzt schwach fühlt: täglich mehrfach kleine und zunehmend längere Spaziergänge - wenn möglich an frischer Luft - sind nicht nur für den Körper, auch für die Seele und natürlich für die schnellere Rekonvaleszenz wichtig!

Es ist toll, dass Du Dich so um Deine Frau kümmerst!
Alles Gute für Euch und nicht den Mut verlieren!
LG, Korona

Xaero
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Re: Mega Dauerübelkeit bei kollagener Kolitis?!

Beitrag von Xaero »

Also als erstes tut mir das ganze wirklich leid für euch vor allem weil ich es leider seit kurzem nachempfinden kann.

Anfang des Jahres hatte ich einen Schweren Schub der lange angehalten hat und jetzt langsam im griff ist. Neu war bei dem schub starke Übelkeit. Langsam ist der Schub zurück gegangen aber die Übelkeit ist leider geblieben. Wie bei euch schenken die Ärzte dem ganzen nicht viel Aufmerksamkeit. Jeder hat eine andere Theorie und hofft anscheinend nur das es bis zur Nächten Imfleximab Behandlung von alleine weggeht.

Ich habe keinen Blut mehr im Stuhl und er schaut auch relativ oft ganz normal aus. Rein von meiner CU bin ich also im Moment ganz zufrieden auch wenn rein der drang aufs WC zu gehen weniger sein könnte. Aber die Übelkeit will einfach nicht weggehen. Ich muss mich zum essen zwingen, bekomme nur kleine Sachen runter und Fleisch schaff ich seit Jänner gar nicht mehr. 9kg habe ich seit ende Jänner verloren und es wird einfach nicht besser. Vor ein par Tagen habe ich Nudeln gegessen und es wirkte alles ganz normal. In der Nacht wurde ich auf einmal wach und hatte starken Schüttelfrost, ich dachte wirklich ich erfriere und habe ab ganzen Körper gescheppert... Bin dann aufgestanden und zum WC gegangen wo ich mich quasi aus dem nichts stark erbrechen musste. Danach ging es wieder...

Ich weis das hilft euch leider nicht aber die Problematik kann ich nachvollziehen. Sollte sich bei mir etwas ergeben werde ich das hier auch niederschreiben, vielleicht hilft es euch ja auch.

Simran
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Re: Mega Dauerübelkeit bei kollagener Kolitis?!

Beitrag von Simran »

Hallo Neptun, Korona & Xaero,

@Neptun
Noch ein Nachtrag.

Habe mir meine 1. Antwort an Dich nochmal genau durchgelesen.

Dort schrieb ich:
Nachdem die zuständigen Chirurgen sowohl die Dauerübelkeit als auch die Tatsache, dass meine Frau nach der OP gar nichts mehr zu sich nehmen konnte, 4 Wochen lang ignoriert hatten, habe ich ihr das Budenofalk einfach von zu Hause mitgebracht. Die Ärzte wollten es ja nicht mal probieren, das wäre Unsinn.

Nur der Klarheit halber - was man hier nur indirekt entnehmen kann ist, dass meine Frau zu diesem Zeitpunkt also schon 4 Wochen ohne Budesonid war.
Die Chirurgen hatten es sofort nach der OP komplett abgesetzt.
Ein Ausschleichen hat da übrigens auch nicht stattgefunden.
"Da der Dickdarm ja nun stillgelegt ist, braucht ihre Frau das jetzt nicht mehr".
Ganz kurz nach diesem abrupten Absetzen ging es mit dieser Dauerübelkeit los.

Unser eigenmächtiges Wiederansetzen des Budenofalk ist jetzt 3,5 Wochen her und ich hoffe, dass das Problem hoffentlich eher im Dünndarm, also vor dem Stoma liegt und dass das Budesonid so doch noch irgendwann wirkt.
Sehr geholfen hat mir übrigens Deine überaus detailreiche Zusammenstellung zum Thema Cortison.
Vielen Dank für den Link!

@Korona
Liebe Korona,
danke auch Dir für Deine aufmunternden Worte.
Mit den Spaziergängen hast Du natürlich total recht, das wäre wirklich ideal
Leider ist meine Frau mittlerweile zu schwach um die Treppe rauf und runter zu kommen (1. Stock).
Habe letzte Woche einen Rollator gekauft. 3 Runden mit dem Rollator durch die Whg. dann ist sie völlig erschöpft.
Zuerst muss diese unfassbare Übelkeit aufhören, damit sie endlich wieder etwas essen und zu Kräften kommen kann.
Sonst sehe ich schwarz.

@ Xaero,
Danke Xaero,
dass Du das als Übelkeits-Leidengenossin auch mal Deinen Verlauf beschrieben hast.
Allein dass man weiß, dass man mit solchen Problemen nicht so ganz alleine ist auf der Welt, hilft schon.
Ich soll Dir von meiner Frau auch gute Besserung wünschen.

Korona
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Re: Mega Dauerübelkeit bei kollagener Kolitis?!

Beitrag von Korona »

Hallo Simran,

hat Deine Frau noch andere Symptome, außer der Übelkeit, Schwäche und dem gelegentlichen Aufstoßen?
Wo wurde sie operiert, in einem ausgewiesenen und auf CED spezialisierten Darmzentrum?

Mich wundert, dass das Stoma so hoch und als Ileostoma angelegt wurde, nicht als Colostoma weiter unten.
Um die Fistel bei der Heilung zu entlasten wäre das üblich.
In stillgelegten Darmteilen besteht das Risiko einer Diversionscolitis. Darum sollte so wenig wie möglich Darmanteil ausgeschaltet werden. Es stellt sich dann hier die Frage, ob der abführende Schenkel des Doppellaufs gespült werden müsste.

Die - ich nenne es mal - Fixierung auf Budesonid.....hm....wenn die Ärzte es absetzen und sie Probleme mit der Wundheilung hatte, halte ich das eigenmächtige Ansetzen für unklug. Cortison stört die Wundheilung und kann andere Probleme machen. Es sollte vor OPs möglichst ausgeschlichen worden sein. Man sollte es nicht einfach unabgesprochen nehmen. Auch die Fakten wie Divertikulose und die Fistel, die Du beschreibst, sprechen nicht für Budesonid. Die Übelkeit als Reaktion kurz nach dem Absetzen kann nach der von Dir beschriebenen Vorgeschichte auch eine psychische sein. Unser Hirn spielt uns da gern Streiche.

Ich sehe es wie Neptun, ein MRT oder zumindest eine Sono sollten gemacht werden, und zwar vom gesamten Abdomen und vom kleinen Becken, incl. Darstellung der (hoffentlich) Ex-Fistel. Sonst wird man keine Klarheit gewinnen. So wird auch das aktuelle Ausmaß und der Ort der Entzündung sichtbar. Das Aufstoßen könnte für eine Passagestörung sprechen. Wo war die Wundheilungsstörung?

Wie kommt Deine Frau technisch und emotional mit ihrem Stoma zurecht? Fördert es gut und wieviel und in welcher Konsistenz? Trinkt sie genug? Fenchel-Kümmeltee hört sich fies an, hilft aber wirklich. Der Output ist beim Ileostoma hoch, das muss ausgeglichen werden. Der Zuckergehalt von Fresubin ist eher nachteilig für den Darm, wenn sie also nicht gerade auf extremes Untergewicht zusteuert, würde ich lieber auf passierte Gemüsesuppen umsteigen. Außerdem ist es klug, so viel Normalität wie möglich zu schaffen.

Ansonsten ist hier für das weitere Vorgehen ein Gastroenterologe der richtige Koordinator, nicht der Hausarzt. Die alten Befunde sollten an den Nachfolger übergeben worden sein. Es gibt dazu Aufbewahrungspflichten. Außerdem kann man bei dem spiegelnden Arzt/KH Befunde anfordern. Wichtiger sind aber die aktuellen Befunde.

Gruß, Korona

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neptun
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Re: Mega Dauerübelkeit bei kollagener Kolitis?!

Beitrag von neptun »

Hallo Korona und Simran,

bei der OP müßte nach der Schilderung das Sigma entfernt worden sein, weil Divertikel fast immer dort ansässig sind. Und wenn eine Fistel aus einem Divertikel kam, dann kam sie sicher von dort, denn sonst wäre der Weg, die Länge der Fistel, ziemlich groß. Daher müßte dann der absteigende Dickdarm mit dem Rektum verbunden worden sein und daher dürfte es leichter sein, dann ein Ileostoma statt eines Colostomas anzulegen. Und der Chirurg war wohl überrascht über den Fistelverlauf.

Was nicht wirklich paßt, die Fistel wird rektovaginal genannt. Und weswegen ich auch sofort an mc dachte.
Da müßte sie aus dem Rektum kommen. Sonst würde sie wahrscheinlich enterogenital heißen.

Anscheinend war die Fistel ursächlich für die OP. Wie wir wissen, rektovaginale Fisteln sind am schwersten zu behandeln. Es müßte eine sehr genaue Aufklärung stattgefunden haben über die Operationsmethode. Und es dürfte da nur ein ausgewiesener Spezialist ran, der so etwas täglich macht. Voraussetzung wäre auch gewesen, man hätte vor der OP ein MRT-Sellink oder eine Endosonografie gemacht.

So mag eine Entfernung der Fistel, ausgehend von einem Divertikel , leichter sein und vollständig, was aber anscheinend erst später raus kam.
So schreibt Simran von Überraschung bei der OP.

Aber letztlich bleibt der Umfang der OP bisher für mich ungeklärt.
Da würden nur die Berichte Aufklärung bringen. Da kommt ja manchmal etwas an den Tag, was vorher gar nicht kommuniziert wurde.

Nur die Übelkeit, immerhin schon vor 2 Jahren aufgetreten, die muß ihren Grund viel weiter oben haben. Einzig eine Stenose im Dickdarm bei mc wäre bisher ein plausibler Grund gewesen, der durch Kolo und nun die Stomaanlage ja nicht greifen kann.

So bleibt für mich nur Entzündung im Dünndarm.
Oder die Ursache bleibt vollkommen unklar.

LG Neptun

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Re: Mega Dauerübelkeit bei kollagener Kolitis?!

Beitrag von Korona »

.....Neptun schreibt
So bleibt für mich nur Entzündung im Dünndarm.
....oder eine Stenose im Bereich des Stomas am zuführenden Schenkel...?

Und natürlich kann man auch einfach mal den Stuhl auf pathogene Keime untersuchen, hat sich ja manch einer im KH was eingefangen.

Gruß, Korona

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