Inkontinenz trotz geringer Beschwerden

Austausch zu medizinischen Aspekten von Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und mikroskopischen Kolitiden.
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Die Elfe
Dauergast
Beiträge: 175
Registriert: Fr 19. Mai 2017, 19:08

Inkontinenz trotz geringer Beschwerden

Beitrag von Die Elfe »

Hallo Allerseits,

ich habe CU seit 19 Jahren und fast alle Medis durch. Zur Zeit Entyvio 300 mg alle 4 Wochen plus Mutaflor und Myrrhinil Intest 8 Kapseln. Entyvio wirkt leider auch etwas weniger, da es ein kleines bisschen blutet, Durchfall habe ich keinen. Morgens meist gar kein Blut. Calprotectin-Wert 165.

Nun habe ich das Problem, dass ich trotzdem unter Stuhlinkontinenz leide. Sowas kenne ich nur im richtigen Schub. Geht es hier jemandem ähnlich? Mein Internist meinte, ich solle wieder eine Cortison-Stoßtherapie machen, aber ich möchte das nicht. Seelisch geht es mir da drunter sehr schlecht und von der letzten Corti-Therapie vor 1 1/2 Jahren habe ich 5 Kilo zugenommen, wovon ich erst 1 Kilo abgenommen habe. Übergewicht habe ich eh schon ein bisschen. Cortiment habe ich zu Hause, wäre viell. auch noch eine Option, aber mittlerweile habe ich auch davor Angst, vor den NW. Leider bin ich momentan auch depressiv, was das Ganze wohl noch schwieriger macht... :(

Ich habe mich mittlerweile auch bei einem Chirurg erkundigt wegen einer Kolektomie, da ich das Ganze nicht mehr ertrage, auch mein anderer beh. Arzt, ein CED-Prof. in einer Klinik, ist der Meinung, es würde langsam Zeit . Mein Mann ist der Meinung, ich solle wegen der Inkontinenz noch ein Enddarmlabor aufsuchen, zwecks Sphinkter-Untersuchung oder Biofeedback.

Hat jemand so etwas von euch schon mal gemacht und eine Besserung verzeichnen können?

LG von der Elfe

Die Elfe
Dauergast
Beiträge: 175
Registriert: Fr 19. Mai 2017, 19:08

Re: Inkontinenz trotz geringer Beschwerden

Beitrag von Die Elfe »

P.S: morgens blutet es auch ein wenig, eher Blutschlieren, aber auch nicht jeden Morgen

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Thilo
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Beiträge: 1074
Registriert: Sa 22. Dez 2012, 21:17

Re: Inkontinenz trotz geringer Beschwerden

Beitrag von Thilo »

Hallo Elfe,

hier z. Bsp. https://www.aerzteblatt.de/archiv/78056 ... nkontinenz kannst du dich umfassend informieren.

Für Betroffene mit CU, langjährigem schweren Krankheitsverlauf und hohem Leidensdruck wäre eine Kolektomie auf jeden Fall
eine Therapieoption, die endlich Ruhe in nicht auszuhaltende Belastungen bringen kann.

Ich wünsche dir alles Gute

Thilo

Sabrina36
hat sich häuslich eingerichtet
Beiträge: 94
Registriert: Mo 26. Jun 2017, 14:10

Re: Inkontinenz trotz geringer Beschwerden

Beitrag von Sabrina36 »

Hallo Elfe,

Ich arbeite als Beckenbodentherapeutin und dort nutzen wir bei überempfindlichem Rektum die sogennannte Ballontherapie um das Rektum wieder unempfindlicher zu machen und dadurch Stuhldrang zu verringern...das kann vielleicht einen Versuch wert sein,funktioniert aber natürlich nur, wenn der Stuhldrang nicht entzündungsbedingt ist.

Ich wünsch Dir alles Gute für Deine Entscheidungsfindung

Die Elfe
Dauergast
Beiträge: 175
Registriert: Fr 19. Mai 2017, 19:08

Re: Inkontinenz trotz geringer Beschwerden

Beitrag von Die Elfe »

Hallo Ihr Beiden,

vielen herzlichen Dank für eure Antworten und Informationen!

Mittlerweile geht es mir ein bisschen besser, aber weiß ja nie, für wie lange...

@Thilo: danke für den Link! Sehr interessant. Die Krankheit belastet ja vor allen Dingen auch psychisch sehr... Vor allen Dingen, wenn man nie weiß, wo sie sich hin entwickelt und wie lange Entyvio noch wirkt... Manchmal denke ich auch, ob eine OP nicht besser wäre - langfristig gesehen -. Montag habe ich ein Gespräch bei meinem CED-Prof in der Klinik, mal sehen, was er noch für Ideen hat; aber wenn ich es richtig gedeutet habe, befürwortet er eigentlich auch die OP... :shock: Ängstigt mich aber irgendwie trotzdem... Sorry, Thilo, ich habe es momentan nicht mehr im Kopf: bist Du eigentlich operiert worden wegen der CED?

@Sabrina: danke für den Hinweis, hört sich sehr gut an, aber ich denke, leider ist der Stuhldrang bei mir durch die Entzündung der Colitis bedingt... :( Trotzdem werde ich nochmal auch einen Arzt auf diese Idee ansprechen... Ich denke, das wäre aber evtl. etwas, wenn man später einen Pouch hat...?

Danke, für euch auch alles Gute!

Petra

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