Meine Heilung von der Colitis Ulcerosa

Austausch zu medizinischen Aspekten von Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und mikroskopischen Kolitiden.
Spinnwebe
Dauergast
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Re: Meine Heilung von der Colitis Ulcerosa

Beitrag von Spinnwebe »

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagno ... 07037.html
Der Einfluss der Ernährung wird mittlerweile auch in hochrangigen Ärztekreisen ernsthaft in Erwägung gezogen.
Aber Ernährung/Lebensgewohnheiten umstellen ist anstrengend, man muss sich damit auseinandersetzen, informieren, hinterfragen, sich vielleicht sogar ein "Mit-Wirken" an der Entgleisung der Verdauung ;) eingestehen... wer will das schon... ;) noch dazu, wo es doch jahrzehntelang hieß: Ernährung spielt keine Rolle, es kann immer gegessen werden, worauf man gerade Appetit hat. ;)
Herzlich grüßt
die Spinnwebe


MC Diagnose 2005, beschwerdefrei durch TCM und Ernährungsumstellung seit 2009

Mitglied123
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Re: Meine Heilung von der Colitis Ulcerosa

Beitrag von Mitglied123 »

Hallo Matador, sehr geehrtes Forum,
vielen Dank für Deinen Beitrag. Er hat mich dazu ermuntert, hier meine Erfahrungen dem Forum zur Verfügung zu stellen. Im Voraus möchte ich sagen, dass dies meine persönlichen Erfahrungen sind, jeder muss für sich selbst entscheiden und einen Weg für die Lösung seines gesundheitlichen Problems finden. Mir hat es jedoch sehr geholfen auf die Erfahrungen anderer Betroffener zurückgreifen zu können und dies hat mich auch maßgeblich bei der Wahl meiner Therapie beeinflusst. Daher würde es mich freuen, wenn mein Beitrag hier etwas zurückgeben könnte.
Zunächst sei zu sagen, dass eine ausgeprägte Colitis ulcerosa quasi mein Geschenk zum 40. Geburtstag war. Mein gesamter Dickdarm war schwer entzündet, alle Betroffenen wissen ja wie sich das äußert und wie sehr die Lebensqualität dadurch beeinträchtigt ist, daher erspare ich Euch die Details. Eine schulmedizinische Behandlung mit Cortison lehnte ich ab. Ich bin heute nach einem Jahr komplett beschwerdenfrei, nachdem ich (unter Rücksprache mit meinem Hausarzt) folgende Punkte geändert habe:
- Kompletter Verzicht auf Schweinefleisch (Tipp meines Hausarztes - im übrigen ausgezeichneter Tipp in meinen Augen)
- Kompletter Verzicht auf Alkohol und Kaffee (nachdem es mir jetzt besser geht, gönne ich mir hier ab und zu eine "Sünde", mein Darm steckt es ganz gut weg)
- Basenreiche Ernährung (viel Gemüse; am Anfang keine Rohkost um den Darm zu entlasten)
- Zucker deutlich reduzieren
- Lösung von ungeklärten Konflikten (bei mir familiärer Art), da der Darm mit der Psyche eng verbunden ist (große Erleichterung!)
- Gluten- und Laktosefreie Ernährung, nachdem wir zusammen mit dem Hausarzt lange recherchiert haben, was den Darm so belastet hat. Eine Glutenunverträglichkeit wurde medizinisch festgestellt. Es ist für mich ein unsagbarer Gewinn, was diese Umstellung für eine positive Wirkung erzielt hat. In meinen Augen ist das der Durchbruch gewesen, im positiven Sinne natürlich.
- Möglichst auf Zusatzstoffe in der Nahrung verzichten (Etiketten lesen!) und möglichst selber kochen damit man weiß, was in der Nahrung drin ist.
Zudem nehme ich täglich 1 Kapsel Lacobact Premium (Darmbakterien), die mir ebenfalls der Hausarzt nach der Analyse der Stuhlprobe empfohlen hat. Auch diese bekommen mir wirklich ausgezeichnet und kann ich nur empfehlen.
In der akuten Phase habe ich zudem Schüsseler Salze (Nr. 3 das Entzündungssalz; danach Nr. 4) genommen. Am Anfang habe ich Mutaflor genommen, jedoch haben diese Bakterien nicht optimal zu meiner Darmflora gepasst, daher bin ich auf Lactobact umgestiegen. Stressreduktion war zudem sehr förderlich für meine Gesundheit.
Ich bin absolut beschwerdenfrei, hatte keinen Schub mehr seit dem Ausbruch der Krankheit. Ich möchte sogar sagen, dass es mir jetzt besser geht als vorher und mir die Krankheit geholfen hat meine Lebensumstände zu überdenken.
Daher möchte ich Matador bei seiner Einschätzung, was das Gluten anbetrifft, gerne unterstützen. Auch mir hat der Verzicht sehr geholfen.
Vielleicht kann ich auf diesem Weg eine Anregung liefern, eine Verbesserung der CU zu erzielen.
Wenn jemanden mein Weg nicht gefällt - bitteschön. Zum Glück sind die Geschmäcker verschieden... ;)
Ich wünsche allen Betroffenen gute Besserung!

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Uwe7
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Re: Meine Heilung von der Colitis Ulcerosa

Beitrag von Uwe7 »

Susanne hat geschrieben:Und auch wenn das für Dich vielleicht etwas zu "Weißkittel-hörig" erscheinen mag, die Schulmedizin hat bislang in der Ursachenforschung keinen durchbrechenden Erfolg erziehlt und daher gibt es momentan leider noch keine Heilung. Das zu erwähnen gehört für mich auf der anderen Seite auch zu einer umfassenden Information eventueller neuer User in diesem Forum.
Danke Susanne, das ist das, worum es mir geht.

LG Uwe
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Uwe7
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Re: Meine Heilung von der Colitis Ulcerosa

Beitrag von Uwe7 »

Anteus hat geschrieben:Hast du brav runtergeschrieben, was die Schulmedizin so lehrt.

Kennen wir hier alle.
Da hast Du Deine rhethorische Überlegenheit aber fein ausgedrückt. Geht's Dir jetzt besser?

Anteus hat geschrieben:Fakt ist, dass Ärzte bei CED noch immer an Symptomen doktern. Die Forschung geht ja immer weiter. Bis vor wenigen Jahren erklärte die Schulmedizin CU als "Autoimmunerkrankung". Neuere Forschungen gehen darüber hinaus und vermuten eine Erkrankung des Abwehrsystems im Darm. Ein ganz anderer Ansatz. Dies ist ein Forschungsansatz von mehreren, die aktuell laufen. Erklärt wurde bisher noch nicht, warum CU vornehmlich in Industrieländern verbreitet ist. Welche Rolle spielt die Ernährung tatsächlich. Welche Stoffe nehmen wir aus der Umwelt auf, Schadstoffe, die sich in Substanzen befinden, die wir in der westlichen Welt unbedenklich nutzen. Waschmittel, Spülmittel, genetisch veränderte Lebensmittel, Konservierungsmittel usw. Wir wissen dies alles noch nicht.
Das ist unstrittig.
Anteus hat geschrieben:D.h., wenn ein Leser hier über eine erfolgreiche Methode berichtet, die ihm Linderung oder gar Heilung ermöglicht hat, dürfen wir dies mit Respekt zur Kenntnis nehmen und es nicht besser zu wissen meinen als die Mediziner, die selbst noch nichts Endgültiges über die Entstehung und Heilung dieser Krankheit zu verkünden haben.
Die fehlenden Forschungsergebnisse in der Medizin sollten uns nicht dazu veranlassen, jede Linderung sofort als "Heilung" zu verkaufen - denn nochmal: Es gibt keine Heilung, zumindest so weit sind sich alle ernstzunehmenden Experten einig.
Anteus hat geschrieben:Ich bitte daher freundlich aber dringlich, derartige Bevormundungen in diesem Forum zu unterlassen.
Diese Erkenntnis zu transportieren hat bitte nichts (!) mit Bevormundung zu tun.
Anteus hat geschrieben:Wir entmutigen damit Menschen, die neu zu uns kommen und zurecht auf respektvolle Reaktionen durch uns Altmitglieder vertrauen dürfen, zumal wir die wahren Hintergründe der Erkrankung alle noch nicht kennen.
Nein. Wir entmutigen niemand, wenn wir ihn auffordern, sich lebenslang um seine Erkrankung zu kümmern. Das und nur das ist der Sinn meines Beitrages. Eben weil es keine Heilung gibt, sind lebenslange Aktivitäten unabdingbar. Ein Einmal-Schuß - und - klick - bin ich geheilt - dies ist nicht erreichbar - und vor diesem Eindruck warne ich - nicht mehr und nicht weniger.

LG Uwe
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Uwe7
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Re: Meine Heilung von der Colitis Ulcerosa

Beitrag von Uwe7 »

Mitglied123 hat geschrieben:Ich bin absolut beschwerdenfrei, hatte keinen Schub mehr seit dem Ausbruch der Krankheit. Ich möchte sogar sagen, dass es mir jetzt besser geht als vorher und mir die Krankheit geholfen hat meine Lebensumstände zu überdenken.
Das finde ich sehr gut. Du hast mit zahlreichen Maßnahmen Deine Lebensqualität deutlich verbessert - das meine ich mit lebenslangem Kümmern.

LG Uwe
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Christiane
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Re: Meine Heilung von der Colitis Ulcerosa

Beitrag von Christiane »

Ich kämpfe seit 2 Jahren gegen die CU meiner Tochter.
Die großen Erfolgsgeschichten kommen immer von Nutzern, die seit ganz kurzer Zeit im Forum dabei sind und von denen du später nichts mehr hörst.
Sie investieren einen Jahresbeitrag beim DCCV, um uns zu helfen. Chapeau!
Vorher gab es kein Interesse sich "gegen Geld" auszutauschen.

Ich gönne jedem seine Heilung, besonders den "Zurückgebliebenen"!

Mir versprach auch schon mal ein Osteopath aus Rheinberg in NRW, das mir vorher gar nicht als Zentrum zur Bekämpfung von CED aufgefallen war, der Erkrankung "auf den Grund zu gehen". Da ist es nicht leicht, standhaft bleiben zu bleiben.
Endlich mal einer, der die Ursache erforschen will! Schließlich warten 300.000,00 Menschen in Deutschland auf die Antwort und in Rheinberg wird sie demnächst gefunden werden.
Wenn der Heiler einen guten Auftritt hat und du in der Klemme steckst, fällt es schwer, einen kühlen Kopf zu behalten.
Ohne dieses Forum hätte ich den Rheinberg-Heilpraktiker ausprobiert.
Ich habe knapp € 5.000,00 für Lecithin ausgegeben und mir dann eingestanden, dass es für die Katz war - keine Wirkung!
Ich bin dem Geld nicht böse. Zerstörte Hoffnungen sind ein größerer Schaden als Geld.

Realismus hilft! Bei CU und im Leben allgemein!

Christiane

JonLind
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Beiträge: 5
Registriert: Sa 1. Okt 2016, 20:00

Re: Meine Heilung von der Colitis Ulcerosa

Beitrag von JonLind »

hm...also ist festzuhalten, dass jede Erkrankung so individuell ist, wie das Individuum, das davon betroffen ist.
Manche haben einen schweren Verlauf der CU, manchen glücklicherweise nur einen leichten Verlauf.
Allen CU-Patienten, die von einer "Heilung" sprechen, wünsche und hoffe ich, dass sie wirklich "geheilt" sind!
Aber auch ich bitte alle, die hier ihren Weg der "Heilung" beschreiben, doch unbedingt weiterhin ihre Erfahrung in diesem Forum zu teilen.
Wer hier nur ein einziges Mal seine Geschichte runter schreibt, und sich dann nie wieder meldet, dem kann man nur skeptisch begegnen.
Bei einem leichten Verlauf der CU kann der nächste Schub ja auch erst nach einem oder sogar zwei Jahren wieder auftreten. Das kommt vor.
Und gerade deswegen wäre es für alle Betroffenen auch weiterhin wichtig zu erfahren, ob gewisse Ernährungs- und Lebensumstellungen wirklich langfristig fruchten - immer unter Berücksichtigung der Schwere des Verlaufs der CU.
Mein Appell richtet sich also an alle, die von solchen "Erfolgen" berichten - Euren Zustand hier möglichst immer mal wieder zu schildern.
Betroffenen würde es helfen.
Ein einmaliges "ich bin geheilt", nutzt leider absolut niemandem etwas...
Es grüßt Jon

Amandus
beginnt sich einzuleben
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Registriert: Mi 5. Okt 2016, 20:47

Re: Meine Heilung von der Colitis Ulcerosa

Beitrag von Amandus »

Hallo!
Ich habe mich gerade angemeldet und möchte mich zuerst einmal vorstellen:
Ich bin 64 Jahre alt und habe seit 1989 CU. Meine letzte Remission (so heißt das ja wohl) hat ca 6 Jahre angehalten. Ich habe während dieser Zeit 2 Tbl. Salofalk und 3 Tbl. Azathioprin genommen, wobei ich während der letzten 2 Jahre diese auf 2 reduziert hatte. Während dieser Zeit hatte ich so gut wie keine Beschwerden, wenn man von einer etwas häufigen Stuhlgangfrequenz(3-5x tgl.) absieht. Ich dachte schon, dass ich diese Krankheit überstanden hätte. Aber vor ca 2 Monaten bekam ich Darmkrämpfe (imperativer Stuhlgang?) und danach wieder Blut und Schleim im Stuhl. Also doch chronisch. Ich nehme jetzt wieder Cortison (50 mg), um erst mal den Schub in den Griff zu bekommen. Auch werde ich wohl wieder eine Darmspiegelung machen müssen, die letzte ist schon bestimmt 4 Jahre her.
Was ich hiermit sagen möchte: Es kann sein, dass man nach einer längeren Remission an einer Heilung denkt. Aber bei mir hat sich die Hoffnung zerschlagen. Schade. :x

Amandus

quintessenz
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Diagnose: CU

Re: Meine Heilung von der Colitis Ulcerosa

Beitrag von quintessenz »

Es ist sehr gut, dass es jemandem besser geht. Ich würde aber einige Jahre warten, keine Medis mehr nehmen um dann ein Urteil zu fällen. Ich habe auch zu voreilig das Urteil gefällt CED geheilt zu haben. Aber ich nehme wieder Immunsuppressivas. Ich denke es ist der erste Schritt, aber keine endgültige Heilung.
Bei mir war es extreme Stress Reduktion. Einen Tag stressfrei Langt nicht. Man muss den derzeitigen Stresswert und dann noch den lange Jahre hoch gehaltenen Stress runter zu drücken.

Die Wissenschaft ist in dem Bereich noch sehr jung. Sie lässt sich eines besseren belehren. Hoffe, es kommt eine Tages zu einem weitreichenden Ergebnis, wo man mehrere Jahrzehnte Medis frei Leben kann.

Amandus
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Beiträge: 7
Registriert: Mi 5. Okt 2016, 20:47

Re: Meine Heilung von der Colitis Ulcerosa

Beitrag von Amandus »

Hallo!

Warum ich wieder einen Schub habe, weiß ich nicht. Am Stress kann es nicht liegen.
Zur Zeit geht es mit gut - das Cortison schlägt gut an und ich habe die Dosierung halbiert (25mg).
Ich habe den Eindruck, dass eine Remission von 6 Jahren eher selten ist. :?:

Gruß
Amandus

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