Meine Heilung von der Colitis Ulcerosa

Austausch zu medizinischen Aspekten von Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und mikroskopischen Kolitiden.
Matador
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Meine Heilung von der Colitis Ulcerosa

Beitrag von Matador »

Ich bin 53 Jahre, männlich und litt seit 6 Jahren an Colitis Ulcerosa. Die Diagnose bei mir im Jahr 2010 war eindeutig: Floride Colitis Ulcerosa. Es folgte die übliche Therapie mit Cortison, Salofalk und Mutaflor. Dies brachte mir keinerlei Linderung. Mir wurde dann von meiner Gastroenterologin indirekt empfohlen den Dickdarm entfernen zu lassen: "Eine Patientin hat nach der Entfernung des Dickdarms noch promoviert". Ich lehnte ab und lebte mit der Colitis und den bekannten Symptomen, wie schleimiger und blutiger Durchfall, imperativer Stuhlgang, Fieber, Müdigkeit, Eisenmangel und Schwäche. Ich ging nur noch ungern aus dem Haus und versuchte mit einem Heilpraktiker meine Leiden zu lindern. So lebte ich einige Jahre ohne Schulmedizin und mit Teemischungen vom Heilpraktiker ohne Hoffnung auf durchgreifende Besserung.

In diesem Jahr war ich in den USA um Urlaub zu machen und eine Tante meiner Frau dort zu besuchen. Dort lernte ich eine pensionierte Therapeutin kennen der ich meine gesundheitlichen Probleme schilderte. Sie empfahl mir dringend mich mit dem Thema Zonulin und dem Leaky Gut Syndrom zu beschäftigen. Es gibt viele Informationen dazu im Internet. Essenz aus meinen Recherchen war, dass Gluten und Lektin für das Leaky Gut Syndrom verantwortlich sind und das aus dem Leaky Gut Syndrom heraus verschiedene schwere Krankheiten entstehen können, u.a. auch Colitis Ulcerosa. Das Leaky Gut Syndrom ist reparabel: Einfach kein Gluten (Weizen, Roggen etc) und kein Lektin (Hülsenfrüchte) mehr zu sich nehmen. Es wird im Internet von verschiedenen Seiten empfohlen eine Paleo-Diät einzuhalten um das Leaky Gut Syndrom zu heilen.
Seit dem 15.8.2016 habe ich aufgehört Brot, Hülsenfrüchte und Zucker zu konsumieren. Zusätzlich verzichte ich auf Kaffee. Nach ca. 5-7 Tagen beruhigte sich mein Dickdarm. Mein Stuhlgang wurde fester und ich hatte plötzlich Phasen von 6-8 Stunden ohne Durchfall und Stuhldrang und es war kein Schleim und kein Blut mehr im Stuhlgang! Mittlerweile kann ich wieder durchschlafen und fühle mich gesund. Ich habe wieder Energie und eine gute Stimmung. Ich werde in diesem Jahre noch mal meine Gastroenterologin aufsuchen und bin gespannt auf das Ergebnis.

Da ich aus eigener Erfahrung weiß, wie die Menschen unter der Colitis leiden habe ich meine Erfahrungen hiermit niedergeschrieben, in der Hoffnung, dass es anderen Menschen von Nutzen ist.

Alles Gute!

Matador

glöckchen09
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Re: Meine Heilung von der Colitis Ulcerosa

Beitrag von glöckchen09 »

hey matador,

schön, dass es dir besser geht! es gab schon ein paar berichte der besserung durch ernährungsumstellung.
du schreibst von brot, wie siehts mit zb nudeln?

ich bin sehr gespannt auf die ergebnisse deines arztes, ob das klinisch bild auch passt und die cu wirklich in remission ist.
auch interessieren würde mich, wie ein 6 jahre lang nicht behandelter darm aussieht. die entzündungen usw gehen ja auch nicht spurlos daran vorrüber.

allerdings finde ich es etwas vermessen nach einer woche der besserung von heilung zu sprechen..

weiterhin gute besserung!
glöckchen09

Rexm94
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Re: Meine Heilung von der Colitis Ulcerosa

Beitrag von Rexm94 »

Hey Leute,

ich hab grade mal nach dem Leaky Gut Syndrom gegoogelt. Klar man findet ne Menge. U.a. habe ich gelesen, soll je nach schwere bis zu 18 Monate bis dauern - da ist eine Woche zur "Heilung" ja echt kurz geraten ^^

Wie nach so einer Art der Ernährungsumstellung tatsächlich der Darm aussieht, würde mich auch interessieren. Nur doof, wenns das doch nicht ist und zufällig grade trotzdem der Darm in Remisission ist ....

LG

Rex

Molly
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Re: Meine Heilung von der Colitis Ulcerosa

Beitrag von Molly »

hallo,

also mal ehrlich, nach 15 tagen von Heilung zu sprechen, finde ich sehr vermessen und es ärgert mich maßlos.

schön, dass es dir gutgeht. ich wünsche es jedem.

ich glaube aber, dass jeder, der mit diesem mist zu tun hat, versucht, seinen eigenen weg zu finden. oft dauert das jahre. oder es klappt gar nicht.
erzähl doch mal einem betroffenen auf der Intensivstation, der gar nichts mehr essen kann, deine super-Entdeckung. ob der sich freut?

von Heilung kann man eventuell sprechen, wenn das ganze über jahre funktioniert. 15 tage???? ich glaubs nicht....

trotzdem alles gute! und ich drücke (ganz ernsthaft) die Daumen, dass es dauerhaft klappt!

grüße
molly

Molly
ist öfter hier
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Re: Meine Heilung von der Colitis Ulcerosa

Beitrag von Molly »

... achso, noch was vergessen.

seit ich keinen Kaffee mehr trinke, geht es meinem darm wesentlich besser (nur gerade nicht, weil schub, aber dann eh keinen Kaffee). vielleicht war dass allein schon ein grund, dass die Symptomatik sich verbessert hat? Kaffee fördert jedenfalls die Verdauung und bei unseren kaputten Untermietern weiß man nie.

das war das eine. das andere ist, dass ich 2010 auf anraten einer Heilpraktikerin vier Wochen nur reis gegessen habe (war oberdoof und nervig). danach habe ich aufgeben. anfänglich hat es tatsächlich geholfen und ich dachte, ich schaffe es mit dieser methode. doch mein aufgeben begründete sich darin, dass nach der vierwöchigen Anstrengung es allmählich wieder von vorn losging und ich sogar im schub endete.

ernährungsumstellungen sind garantiert sinnvoll, aber jeder kann nur für sich entscheiden! bzw. entscheiden, was der Untermieter so will....

allen gute Besserung!

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Uwe7
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Re: Meine Heilung von der Colitis Ulcerosa

Beitrag von Uwe7 »

Es ist mal wieder ein Eintrag nach dem bekannten 3-Stufen-Modell:

1. Ich hatte große Probleme - nichts half.
2. Dann entdeckte ich...
3. Nun bin ich geheilt.


Das Ganze hatte ich schon mal hier beschrieben.

Schön, dass manche Dinge in gewissen Wellen immer mal wieder auftauchen. Eine CED ist nach derzeitigem Erkenntnisstand nicht heilbar - Versprechungen in dieser Richtung sind unseriös - Berichte in dieser Richtung sind mit Vorsicht zu genießen.

LG Uwe
Du kannst dem Leben nicht mehr Tage geben - aber den Tagen mehr Leben

Anteus
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Re: Meine Heilung von der Colitis Ulcerosa

Beitrag von Anteus »

Es ist mal wieder ein Eintrag nach dem bekannten 3-Stufen-Modell:

1. Die „Wissenschaft“ oder „Schulmedizin“ sagt:
CED sind nicht heilbar
2. Hier behauptet ein CED-Patient, er sei geheilt worden
3. Da dies nach 1 nicht sein kann, bitte ignorieren und entmutigen.

Das Ganze hatte Uwe7 schon mal hier beschrieben.

Schön, dass Uwe 7 in gewissen Wellen immer mal wieder die Unumstößlichkeit der schulmedizinischen Erkenntnisse hervorkramt. Der Patient Matador hat offenbar Linderung und vielleicht sogar Heilung erfahren. Erfolgsberichte dieser Art sind in diesem Forum daher wenig erwünscht.

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Uwe7
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Re: Meine Heilung von der Colitis Ulcerosa

Beitrag von Uwe7 »

Moin Anteus,

Du hast recht, ich hatte diesen Eintrag bei einem vergleichbaren Bericht schon einmal geschrieben. Aber Du unterschiebst mir hier etwas (Entmutigung), was ich nicht gesagt habe - und mir auch nicht zu Eigen mache.

zu 1. Die „Wissenschaft“ oder „Schulmedizin“ sagt: CED sind nicht heilbar

Das ist keine Behauptung, sondern Fakt - und gehört zum Basiswissen, wenn man sich mit dieser Art von Erkrankungen auseinander setzt.

Ich empfehle hierzu die Lektüre folgender Artikel der DCCV-Webseite:

Morbus Crohn
Colitis ulcerosa

zu 2. Hier behauptet ein CED-Patient, er sei geheilt worden

Genau - und das stört mich. Heilung hieße, dass die Krankheit von ihrer Ursache her beseitigt wurde - und nicht wieder kommen wird. Wenn jemand mit gesicherter Diagnose "Colitis ulcerosa" seine Ernährung umstellt - und dadurch eine deutliche Erleichterung (bis zur Symptomlosigkeit) verspürt, so ist dies eben keine Heilung, sondern eine stabile Remission. Jeder, der sich mit CED auskennt, weiß, dass dies ein himmelweiter Unterschied ist.

zu 3. Da dies nach 1 nicht sein kann, bitte ignorieren und entmutigen.

Das ist ein Kurzschluss. Wir wissen aus der Elektrotechnik, was das bedeutet. Es geht hier nicht um Entmutigung, sondern darum, den Erfolgsbericht richtig einzuordnen.

Wenn Du die oben verlinkten Artikel gelesen hast, weißt Du, dass eine CED lebensbegleitend ist - Du wirst sie nie dauerhaft los. Aber man kann gut damit leben. Ich selbst habe meine CU seit 11/1981, wie Du meinem Userprofil entnehmen kannst. Man muss für sich einen Weg finden - und da sind Erfolgsberichte immer willkommen.

Das Wort "Heilung" impliziert aber leider: "OK, ich brauche mich nicht mehr zu kümmern, ich bin die Sache los." Genau das ist bei einer CED nicht der Fall. Du musst Dich kümmern - Dein Leben lang. Wenn Du das tust - dazu möchte ich jeden ermutigen - wirst Du eine gute Lebensqualität erreichen können.

Eine CED ist wie ein Vulkan - im Idealfall wie ein ruhender Vulkan. Dass er in Ruhe bleibt, dazu kannst Du viel beitragen. Nur Du kannst ihn nicht wegdiskutieren mit 'nem flotten Spruch.

LG Uwe
Du kannst dem Leben nicht mehr Tage geben - aber den Tagen mehr Leben

Anteus
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Re: Meine Heilung von der Colitis Ulcerosa

Beitrag von Anteus »

Moin Uwe,

Hast du brav runtergeschrieben, was die Schulmedizin so lehrt.

Kennen wir hier alle.
Aber ich erklär dir was ich mit meiner Kritik eigentlich sagen will: Fakt ist, dass Ärzte bei CED noch immer an Symptomen doktern. Die Forschung geht ja immer weiter. Bis vor wenigen Jahren erklärte die Schulmedizin CU als "Autoimmunerkrankung". Neuere Forschungen gehen darüber hinaus und vermuten eine Erkrankung des Abwehrsystems im Darm. Ein ganz anderer Ansatz. Dies ist ein Forschungsansatz von mehreren, die aktuell laufen. Erklärt wurde bisher noch nicht, warum CU vornehmlich in Industrieländern verbreitet ist. Welche Rolle spielt die Ernährung tatsächlich. Welche Stoffe nehmen wir aus der Umwelt auf, Schadstoffe, die sich in Substanzen befinden, die wir in der westlichen Welt unbedenklich nutzen. Waschmittel, Spülmittel, genetisch veränderte Lebensmittel, Konservierungsmittel usw. Wir wissen dies alles noch nicht.

Ich schreibe das, weil wir hier alle keine Mediziner sind, sondern uns als Laien austauschen mit anderen Laien über Medikationstipps und Ernährungstipps und diese Dinge.
Und wenn die Mediziner schon keine ultimativen Lösungen haben, sollten wir Laien uns erst gar nicht anmaßen, über Therapieerfolge zu urteilen.
D.h., wenn ein Leser hier über eine erfolgreiche Methode berichtet, die ihm Linderung oder gar Heilung ermöglicht hat, dürfen wir dies mit Respekt zur Kenntnis nehmen und es nicht besser zu wissen meinen als die Mediziner, die selbst noch nichts Endgültiges über die Entstehung und Heilung dieser Krankheit zu verkünden haben.

Ich bitte daher freundlich aber dringlich, derartige Bevormundungen in diesem Forum zu unterlassen. Wir entmutigen damit Menschen, die neu zu uns kommen und zurecht auf respektvolle Reaktionen durch uns Altmitglieder vertrauen dürfen, zumal wir die wahren Hintergründe der Erkrankung alle noch nicht kennen.

Gruß Anteus

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Susanne
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Re: Meine Heilung von der Colitis Ulcerosa

Beitrag von Susanne »

Hallo Anteus,

ich bin mittlerweile fast 40 Jahre an MC erkrankt. In den Anfängen meiner Erkrankung wurden die Ursachen als "psychosomatisch" eingestuft. Entsprechend habe ich jahrelange, intensive Psychotherapie durchgemacht, stationär und ambulant. Meinen Darm hat das nicht im geringsten beeindruckt. Wie auch, mittlerweile wird das ja nun nicht mehr als Ursache diskutiert. Aber ich weiß wie es sich anfühlt, einem falschen Ansatz zu folgen und (gerade weil die Psyche ein sehr sensibler Bereich ist) vielleicht selbst Schuld zu sein, wenn es mir nicht besser geht. Daher reagiere auch ich sehr empfindlich darauf, wenn hier Jemand behauptet, durch Mittel XY oder Ernährungsumstellung oder sonstwie die Krankheit geheilt zu haben. Und auch wenn das für Dich vielleicht etwas zu "Weißkittel-hörig" erscheinen mag, die Schulmedizin hat bislang in der Ursachenforschung keinen durchbrechenden Erfolg erziehlt und daher gibt es momentan leider noch keine Heilung. Das zu erwähnen gehört für mich auf der anderen Seite auch zu einer umfassenden Information eventueller neuer User in diesem Forum.

Gerade weil wir alle die Hintergründe unserer Erkrankungen nicht kennen, ist es doch unglaublich wichtig, keine falschen Heilungsversprechen zu propagieren. Wobei eine Ernährungumstellung bestimmt nicht schlecht sein muss oder ist. Ganz im Gegenteil, sie kann unter Umständen unterstützen und helfen, aber nicht heilen! Ob und wie eine Umstellung der Ernährung die Symptome lindert, ist allerdings völlig individuell und es bleibt nur der Versuch. Denn spätesten hier zeigt sich wieder, wie verschieden wir alle sind in unseren Erkrankungsbildern und -auswirkungen. Kleines Beispiel dazu: ich habe in meinem ganzen Leben noch keinen Kaffee getrunken. Was sollte ich weglassen?

Liebe Grüße

Susanne
Und dann Elfmeterschießen: alle hatten die Hose voll, aber bei mir liefs ganz flüssig. Paul Breitner

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