Titandioxid u.a. Zusätze in Mesalazin- und sonst. Präparaten

Austausch zu medizinischen Aspekten von Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und mikroskopischen Kolitiden.
Benutzeravatar
curio
Dauergast
Beiträge: 299
Registriert: Di 25. Dez 2012, 15:52

Titandioxid u.a. Zusätze in Mesalazin- und sonst. Präparaten

Beitrag von curio »

Heyho,


ich (CU) habe mich kürzlich über Titandioxid (E171 - ein Nahrungsmittelzusatz und Weißfärbemittel) informiert, da ich es über ein Präparat mit dem ich mich behandle (Tryptophan) als Zusatzstoff zu mir nehme. Ich habe dabei erfahren, dass Titandioxid direkt mit Colitis Ulcerosa asoziiert und für gesteigerte Immunreaktionen verantwortlich gemacht wird.
Siehe z.Bsp. hier oder hier. Werde jetzt also auf ein anderes Präparat umsteigen.

Leider musste ich auch feststellen, dass mein Mesalazinpräparat (Mesalazin Eurim) ebenfalls Titandioxid enthält. Scheinbar ist es bei Mesalazin recht üblich, Titandioxid hinzu zu fügen. Einige andere Präparate nach denen ich gegooglet habe, enthalten es ebenfalls. Genau genommen habe ich keins gefunden, in dem es nicht drin ist.
Mezavant, IPS, Kohlpharma oder die Falk Granu-Stix beispielsweise enthalten es auch. Dazu kommt bei den Stix noch das widerliche Aspartam, welches gesundheitlich ja auch nicht die Bombe ist.

Kennt jemand von euch Mesalazinpräparate die kein Titandioxid oder ähnlichen Krempel enthalten? Nimmt von euch jemand ein Mesalazinpräparat, das sich getrost weiterempfehlen lässt?
Welche anderen Zusatzstoffe in unseren Medikamenten haltet ihr ebenfalls für bedenklich?


Liebe Grüße

blue
ist öfter hier
Beiträge: 25
Registriert: Fr 14. Feb 2014, 18:31

Re: Titandioxid u.a. Zusätze in Mesalazin- und sonst. Präpar

Beitrag von blue »

Hey!

Finde das sehr Interessant womit Du dich da beschäftigst. Habe mich bisher immer nur mit den "Zusätzen" in meiner Nahrung beschäftigt: Zuckeraustauschstoffe, Geschmacksverstärker, Konservierungsstoffe, Antibiotika usw usw... und mit Nanopartikeln https://forum.dccv.de/viewtopic.php?f=3&t=2129 (ein wenig) beschäftigt...

funkrusher
neu hier
Beiträge: 2
Registriert: Di 21. Mai 2019, 19:05

Re: Titandioxid u.a. Zusätze in Mesalazin- und sonst. Präpar

Beitrag von funkrusher »

Dieses Thema ist auch 2019 noch aktuell.

An der Problematik die vom Threadersteller genannt wurde hat sich nichts geändert.

In den Packungsbeilagen steht immer nur "Titandioxid E171".
Es wird nicht deklariert ob es sich um Titandioxid im Nano oder Mikrometerbereich handelt,
was einen Unterscheid machen kann.

Hierzu folgender Text:

"Titandioxid fördert Entzündungen und begünstigt Leaky Gut Syndrom. Im Juli 2017 wurden die Ergebnisse der französischen Forscher von einem Team um Dr. Gerhard Rogler, Gastroenterologe am Universitätsspital Zürich, bestätigt. In der Fachzeitschrift Gut schrieben die Forscher, dass sich Titandioxid in Darmschleimhautzellen einlagere, daraufhin Entzündungsprozesse verschärfe, zu einer verstärkten Freisetzung freier Radikale im Darm beitrage und infolgedessen zu einer Störung der Schleimhautbarriere (Leaky Gut Syndrom) führe oder eine solche verstärke. Auch habe man eine höhere Konzentration des Stoffs in der Milz finden können, wo er sich offenbar besonders gerne einlagere.
Bei der Untersuchung von Blutproben, die Patienten mit Colitis ulcerosa entnommen wurden, zeigte sich zunächst keine Auffälligkeit in Bezug auf Titandioxid. Erst als man erneut Blutproben während eines Schubs entnahm, entdeckte man dort erhöhte Titandioxidwerte. Die Wissenschaftler vermuten daher, dass Titandioxid bei Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen einen Schub verursachen könnte. Natürlich – so Rogler – stehe der ultimative Beweis dafür noch aus. Er rate dennoch den entsprechenden Patienten, Lebensmittel mit Titandioxid zu meiden."
https://www.zentrum-der-gesundheit.de/t ... ut-syndrom

Was können wir hier tun?
- In Frankreich steht aktuell an, dass Titandioxid in Lebensmitteln verboten werden soll.
- Gibt es Mesalazin ohne Titandioxid-Zusatz?
- Können Konkurrenzprodukte Mesalazin ersetzen? (Myrrhe/Kaffeekohle/Kamille, Curcumin)

alarmdarm
fühlt sich wohl hier
Beiträge: 54
Registriert: Mo 22. Jul 2019, 13:28
Diagnose: mikroskopische kolit

Re: Titandioxid u.a. Zusätze in Mesalazin- und sonst. Präpar

Beitrag von alarmdarm »

jaja richtig fies

Titandioxid ist auch in BUDENOFalk kapseln enthalten.
Von dieser firma kommen ja die informationsbroschüren für CED patienten. gleich eine feine werbung. :twisted: :twisted:

Salamander
hat sich häuslich eingerichtet
Beiträge: 77
Registriert: Di 6. Aug 2019, 08:46
Diagnose: CU 2018
Wohnort: Süddeutschland

Re: Titandioxid u.a. Zusätze in Mesalazin- und sonst. Präpar

Beitrag von Salamander »

Hallo ihr,
Nur als Zusatzinformation: Titandioxid wird fast allen Tabletten etc. zugesetzt, die eine unschöne Farbe haben, um sie strahlend weiß zu machen. Sonst nehmen Patienten ihre Medizin nicht ein.

LG Salamander

Salamander
hat sich häuslich eingerichtet
Beiträge: 77
Registriert: Di 6. Aug 2019, 08:46
Diagnose: CU 2018
Wohnort: Süddeutschland

Re: Titandioxid u.a. Zusätze in Mesalazin- und sonst. Präpar

Beitrag von Salamander »

Guten Morgen,

ich habe heute noch weiter nachgeforscht und in den Salofalk 1g Suppositorien z.B. ist nur Mesalazin und Hartfett enthalten, sonst nichts.
Falls das für dich eine Option ist, dann kannst du deinen Arzt* ja mal darauf ansprechen.
Achja und: Nein, Mesalazin ist nicht durch Haushaltsmittel ersetzbar, nur durch weitere Medikamente. Falls aber eine Remission stabil ist über mehrere Jahre und man es nach und nach absetzt und sich mit Curcumin o.Ä. unterstützt, ist das vermutlich individuell möglich.

lg
Salamander

(edit: Grammatik, Zusatzinfo)

Benutzeravatar
Mischkas
Dauergast
Beiträge: 147
Registriert: So 29. Apr 2018, 14:49
Diagnose: CU 2016 , CU/MC 2019

Re: Titandioxid u.a. Zusätze in Mesalazin- und sonst. Präpar

Beitrag von Mischkas »

Hallo zusammen

ja in Frankreich ist "normalerweise" ab dem 1.Januar 2020 Titandioxid (E 171) in Lebensmitteln untersagt.
Wobei Kosmetik (z.b Zahnpaste) und Medikamente können weiterhin Titandioxid anwenden mit der Begründung die Nutzbringung der Medikamente ist größer wie der eventuelle Schaden der durch Titandioxid verursacht werden kann.

Das interessante an der Geschichte:

Das Gesetz vom Verbot der Anwendung des Lebensmittelzusatzstoff E 171 ist erstmals nur 1 Jahr gültig.

Über das Anlegen von Reserven von E 171 bis zum 1.Januar 2020 wurde nichts gesagt.

Über das Verbrauchen von den vorhandenen Reserven des E 171 nach dem 1.Januar 2020 wurde auch nichts gesagt.

Fazit ein kleiner Schritt auch wenn er nach vorne geht.
Denke es liegt nun am Konsumenten darauf zu achten daß er nicht "verarscht" wird.

LG Mischkas
𝕸𝖆𝖓 𝖘𝖔𝖑𝖑𝖙𝖊 𝖛𝖎𝖊𝖑 𝖒𝖊𝖍𝖗 𝖊𝖎𝖓𝖊𝖓 𝕸𝖚𝖙𝖆𝖚𝖘𝖇𝖗𝖚𝖈𝖍 𝖍𝖆𝖇𝖊𝖓

Lüli
ist öfter hier
Beiträge: 23
Registriert: So 23. Okt 2016, 18:36

Re: Titandioxid u.a. Zusätze in Mesalazin- und sonst. Präpar

Beitrag von Lüli »

Hallo Heyho,
Pentasa Granulat und auch Tabletten enthalten tatsächlich kein Titandioxid.
Ich selbst reagiere auf diesen Mist auch mit starken Durchfällen - was die Medikamentenauswahl ziemlich einschränkt.
Herzliche Grüße

Lüli

UCler
neu hier
Beiträge: 1
Registriert: Mi 30. Okt 2019, 09:23

Re: Titandioxid u.a. Zusätze in Mesalazin- und sonst. Präpar

Beitrag von UCler »

Hallo,

ich habe mich mit dem Thema auch schon beschäftigt, da Cortiment MMX auch Titandioxid enthält. Laut Hersteller bzw. Zulieferer:
Sehr geehrter Herr xxx,
vielen Dank für Ihre Anfrage. Die von Ihnen aufgeführten Veröffentlichungen beziehen sich maßgeblich auf die Verwendung von Titandioxid in nanopartikulärer Form. Vom Hersteller des in CORTIMENT® MMX® eingesetzten Titandioxids wurde uns bestätigt, dass das Titandioxid nicht produziert wird um Partikel mit einem primären Durchmesser von weniger als 100 nm (Nanometer) zu enthalten. Das in CORTIMENT® MMX® enthaltene Titandioxid wird als weißer Farbstoff (s.g. Weißpigment) im Filmüberzug der Tablette eingesetzt. Da Titandioxid- Nanopartikel dem menschlichen Auge farblos erscheinen, kann eine „Weiß-Färbung“ nur durch etwa mikrometer-großes und nicht durch nanoskaliges Titandioxid erzielt werden.
Wir hoffen, Ihnen mit dieser Information behilflich zu sein.


In Lidl-Zahnpasta ist es z.B. auch drin. Die flog bei mir gleich aus dem Regal. Viel mehr habe ich allerdings kaum gefunden.

Gute Besserung
UCler

Benutzeravatar
Mischkas
Dauergast
Beiträge: 147
Registriert: So 29. Apr 2018, 14:49
Diagnose: CU 2016 , CU/MC 2019

Re: Titandioxid u.a. Zusätze in Mesalazin- und sonst. Präparaten

Beitrag von Mischkas »

Hallo zusammen,

mal ein kleines Update zu E171 in Lebensmitteln.

Seit dem 1.Januar ist E171 hier in Frankreich offiziell in Lebensmitteln zum Verkauf verboten.
6 Monate später wurde ich in meinem Supermarkt (2000 Quadratmeter Verkaufsfläche handelt sich also nicht um einen Tante-Emma-Laden)mehrfach fündig.
Es handelt sich nur um Süssspeisen : Kaugummi, Vanilleeis und Schokoriegel.

Verkäuferin war nicht über das Verkaufsverbot informiert was selbstverständlich gut zu verstehen ist.
Abteilungsleiter hat davon gehört ist aber der Ansicht dass er nichts mit der Produktion zu tun hat und es ihm egal sei ob da Rattengift drinnen sei.
Filialleiter war der Ansicht dass er genug Sorgen mit dem COVID-19 hat sein Personal sich täglich Gefahren aussetzt und solch ein Gebaren wegen Titandioxid total unangebracht sei.

Das Personal des Ladens kenne ich seit 15Jahren diesbezüglich war das Gespräch locker (frei).

Verbraucherschutz hat die Liste der drei Produkte an Zentrale geschickt um sie darauf aufmerksam zu machen.Aber auch hier wurde mir erklärt dass wegen Personalmangel und COVID-19 andere Prioritäten bestehen.Ist natürlich zu verstehen.

So wie es aussieht wird der Konsument weiterhin selbst aufpassen müssen was sich in seinem Einkaufskorb befindet.

Das ärgerliche an der Sache ~98% der Produkte die mit E171 angereichert sind haben die CED Erkrankten von ihrem Speiseplan gestrichen aber es sind Produkte mit denen man den Kleinkinder Freude machen möchte.

Deswegen mal ein Site (leider auf französisch) mit einer Liste in der man solche Produkte finden kann:
https://mrmondialisation.org/le-dioxyde ... ntiennent/

LG Mischkas
𝕸𝖆𝖓 𝖘𝖔𝖑𝖑𝖙𝖊 𝖛𝖎𝖊𝖑 𝖒𝖊𝖍𝖗 𝖊𝖎𝖓𝖊𝖓 𝕸𝖚𝖙𝖆𝖚𝖘𝖇𝖗𝖚𝖈𝖍 𝖍𝖆𝖇𝖊𝖓

Antworten