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(Langzeit-)Folgen von Peritonitis

Verfasst: Mo 6. Jul 2020, 10:14
von Trüffel
Im Februar hatte ich eine schwere Bauchfellentzündung (Peritonitis), die ich dank Not-OP überlebt habe, wenngleich es ziemlich knapp war. Als Überbleibsel davon habe ich noch immer meine offenen Wunden, deren Genesung zwar langsam, aber zumindest in die richtige Richtung voranschreitet.
Über die Monate hinweg habe ich viele und z.T. ziemlich heftige Schmerzen im Bauch, die mich auch in meiner Bewegung einschränken, z.B. kann ich nur langsam gehen und schaffe keine großen Strecken, d.h. nach ein paar hundert Metern ist dann Schluss. Wenn ich vom Sitzen aufstehe, zieht es mir durch den Bauch wie ein Messer.
Mein Hausarzt, mein Gastro und Chirurgen sagen unabhängig voneinander, dass das die Folgen der Bauchfellentzündung sind und dass sie mir mein Leben lang bleiben werden, auch wenn meine Wunden sich irgendwann geschlossen haben. Was ich dagegen tun kann, hat mir keiner gesagt.
Von Schmerzmitteln bin ich nicht begeistert - Novalgin bringt überhaupt keine Linderung und wenn ich zu stärkeren Mitteln wie z.B. Tilidin greife, fühle ich mich den ganzen Tag schwindelig und bin nicht ganz bei mir.
Ich hatte meinen Hausarzt um Physiotherapie gebeten, um gezielt zu lernen, wie ich mich möglichst schmerzfrei bewegen kann. Denn Bewegung ist ja wichtig. Ich bin noch nicht mal ein Viertel Jahrhundert alt und habe keine Lust, komplett zu verkümmern. Wenn meine Muskulatur immer weiter abbaut, führt das letztlich ja auch zu Folgeschäden (Rücken usw.). Allerdings habe ich keine Physio bekommen, weil mein Doc meint, dass das nichts bringt.
Mir ist klar, dass niemand den Blick in die Zukunft hat und dass jeder Patient sich individuell nach einer Bauchfellentzündung erholt, aber das hängt ja auch von der Schwere der Peritonitis ab.
Die Prognose der Ärzte hat mich schon ganz schön getroffen, als sie gesagt haben, dass ich mit den Schmerzen und Einschränkungen für den Rest meines Lebens klar kommen muss. Mit gewissen Einschränkungen kann ich leben; ich habe z.B. keine Ambitionen, einen Marathon zu laufen oder Leistungssport zu betreiben, aber ich würde trotzdem wenigstens irgendwann mal wieder einen Spaziergang schaffen wollen. Und ich weiß auch nicht, wie ich dauerhaft mit der Belastung durch die Schmerzen klar kommen werde.
Meine Eltern meinen, dass ich einen Verschlechterungsantrag meines GdB stellen soll. Bisher habe ich einen GdB 60. Ich bin skeptisch, ob ein Verschlechterungsantrag tatsächlich Erfolg haben wird. Er wird meine Beschwerden auch nicht wegzaubern, wobei ich schon froh wäre, wenn ich z.B. das Anrecht auf einen Behindertenparkplatz hätte (Merkzeichen G?), weil diese Parkplätze zumindest in unserer Gegend mit kürzeren Wegstrecken verbunden sind und da ich ja wirklich nur ein paar hundert Meter schaffe, wäre das für mich eine Erleichterung.